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Zverev kontert Becker: „Erzählt wie immer relativ viel Blödsinn“ – Eskalation im deutschen Tennis

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-11-05

Alexander Zverev wehrt sich gegen Kritik von Boris Becker und wirft dem früheren Champion vor, unsachlich zu argumentieren. Der Schlagabtausch offenbart tiefe Gräben zwischen den Generationen.

**Lead**

Der Streit zwischen Alexander Zverev und Boris Becker hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem Becker in den vergangenen Wochen mehrfach die Leistungen des Hamburger Topspielers kritisiert hatte, schlug Zverev nun zurück: „Erzählt wie immer relativ viel Blödsinn“, sagte der 28-Jährige in einem Interview mit der Zeitschrift *Sport Bild*. Die Aussage ist der vorläufige Höhepunkt einer öffentlichen Fehde, die das deutsche Tennis seit Monaten begleitet. Während Becker als ehemaliger Weltranglistenerster und sechsmaliger Grand-Slam-Sieger auf eine glanzvolle Karriere zurückblickt, kämpft Zverev um den Durchbruch bei den ganz großen Turnieren. Der verbale Schlagabtausch wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen den Generationen und die unterschiedlichen Erwartungen an die aktuelle Nummer eins Deutschlands.

**Context**

Boris Becker, der 2022 nach seiner Insolvenz und einer Haftstrafe in Großbritannien wieder vermehrt in der Öffentlichkeit auftritt, hatte sich mehrfach kritisch über Zverev geäußert. In einem Podcast des Senders *Eurosport* monierte Becker, Zverev fehle „die letzte Konsequenz“ in den entscheidenden Momenten von Grand-Slam-Turnieren. Besonders nach Zverevs Halbfinal-Niederlage bei den Australian Open 2025 gegen Jannik Sinner sprach Becker von „mentalen Blockaden“ und einem „Mangel an taktischer Flexibilität“. Zverev, der 2020 bei den US Open im Finale stand und 2024 die Olympischen Spiele gewann, reagierte zunächst gelassen. Doch die anhaltende Kritik scheint ihn nun zu verärgern. „Ich habe großen Respekt vor Boris‘ Leistungen, aber seine Analysen sind oft oberflächlich und nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Zverev in dem *Sport-Bild*-Gespräch. „Er redet, als wäre er noch auf dem Platz, aber die Spielweise hat sich verändert.“

Die Auseinandersetzung ist kein Einzelfall. Bereits 2023 hatte Zverev Beckers Ratschläge als „nicht hilfreich“ bezeichnet. Damals ging es um Zverevs Aufschlagtechnik. Becker hatte öffentlich empfohlen, Zverev solle seinen Aufschlag variabler gestalten. Zverev konterte damals mit dem Hinweis, dass er mit seinem Aufschlag zu den besten zehn der Welt gehöre. Die aktuelle Eskalation zeigt, dass das Verhältnis zwischen den beiden Tennisgrößen nachhaltig gestört ist. Beobachter führen dies auch auf unterschiedliche Persönlichkeiten zurück: Becker, der als Spieler für seine emotionale und oft impulsive Art bekannt war, und Zverev, der als analytischer und kontrollierter gilt.

**Analyse**

Der offene Schlagabtausch ist mehr als ein persönlicher Streit. Er symbolisiert die grundsätzliche Frage, wie ehemalige Champions die aktuelle Generation bewerten dürfen. Becker gehört zu den größten deutschen Sportlern aller Zeiten, doch seine öffentlichen Äußerungen wirken mitunter wie ein Stück Vergangenheitsbewältigung. Zverev hingegen steht unter Druck: Nach Jahren in der Weltspitze fehlt ihm noch der Grand-Slam-Titel. Jede Niederlage wird von Medien und Experten seziert. Beckers Kritik trifft daher einen Nerv, weil sie die Zweifel an Zverevs Fähigkeit, die ganz großen Titel zu gewinnen, verstärkt. Zverevs Reaktion zeigt, dass er sich gegen diese Narrative wehrt – auch wenn er damit riskiert, als dünnhäutig wahrgenommen zu werden.

Für das deutsche Tennis ist der Konflikt ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sorgt er für Aufmerksamkeit und hält das Interesse an der Sportart hoch. Andererseits könnte die öffentliche Zerrüttung zwischen den beiden bekanntesten deutschen Tennisspielern junge Talente abschrecken. Zverev ist das Vorbild einer neuen Generation, Becker der ewige Mahner. Dass sie sich nun öffentlich attackieren, sendet ein Signal der Zerstrittenheit. Dabei wäre Einigkeit vielleicht wichtiger: Die deutschen Herren sind nach Zverevs Aufstieg und dem Comeback von Jan-Lennard Struff wieder in der Weltspitze vertreten. Ein konstruktiver Austausch zwischen den Generationen könnte dem gesamten Sport helfen. Stattdessen liefern sich zwei Alphatiere ein verbales Duell, das am Ende niemandem nützt.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen. Die Aussage von Alexander Zverev wurde im Interview mit *Sport Bild* (Ausgabe November 2026) getätigt. Die vorherige Kritik von Boris Becker stammt aus dem Podcast *Das Tennis-Magazin* auf Eurosport (Januar 2025) sowie aus einem Beitrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom März 2025. Hintergrundinformationen zu den Karrierestationen beider Spieler sind der offiziellen ATP-Website und dem Archiv des Deutschen Tennis Bundes entnommen.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.