Es war das Treffen, das die Weltöffentlichkeit seit Monaten erwartete: Xi Jinping, der chinesische Staatspräsident, und Donald Trump, der wiedergewählte US-Präsident, kamen am Mittwoch im Trump Tower in New York zusammen. Die Bilder gingen um die Welt: Händedruck, Schulterklopfen, freundliche Worte vor laufenden Kameras. Doch hinter der Inszenierung verbirgt sich eine ernüchternde Realität – insbesondere für Deutschland.
Die Bundesregierung hatte gehofft, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt zumindest eine vorläufige Entspannung im Handelskrieg signalisieren würden. Stattdessen gab es lediglich vage Absichtserklärungen. Laut einer gemeinsamen Presseerklärung wurden „technische Arbeitsgruppen“ eingesetzt, die über „mögliche Kooperationsfelder“ beraten sollen. Konkrete Zollsenkungen oder Garantien für europäische Exporteure? Fehlanzeige.
Das ist umso brisanter, als Deutschland ohnehin zwischen den Fronten steht. Die amerikanisch-chinesische Rivalität hat sich in den letzten Jahren verschärft, und Berlin – wie so oft – schaut zu. Während Frankreich und Großbritannien längst eigene Verhandlungsstränge mit Washington und Peking aufgebaut haben, hängt die deutsche Außenhandelspolitik am Tropf der EU-Kommission. Und die agiert behäbig, bürokratisch und vor allem ideologisch.
Ein hochrangiger Diplomat aus dem Auswärtigen Amt, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, fasste die Stimmung in Berlin zusammen: „Wir haben keine Handhabe. Die Amerikaner und Chinesen verhandeln über unsere Köpfe hinweg. Wir können nur hoffen, dass die Ergebnisse nicht zu unseren Lasten gehen.“ Diese Hoffnung ist aus Sicht des FORTIS NEWS allerdings eine Illusion.
Deutschland lebt vom Export. Rund 47 Prozent des BIP hängen am Außenhandel. Besonders die Automobilindustrie und der Maschinenbau sind auf die Märkte in den USA und China angewiesen. Die Unsicherheit über Zölle, Lieferketten und technologische Abhängigkeit lähmt Investitionen. Die deutsche Wirtschaft steckt ohnehin in einer Rezession – die Industrieproduktion ist im zweiten Quartal 2026 um 1,2 Prozent geschrumpft, wie das Statistische Bundesamt meldete.
FORTIS-Analyse: Die Misere ist hausgemacht. Deutschland hat es versäumt, seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Überbordende Bürokratie, eine der höchsten Steuerlasten der OECD und immer neue Auflagen für Unternehmen – Stichwort Lieferkettensorgfaltspflicht – treiben die Kosten in die Höhe. Gleichzeitig subventioniert der Staat mit Milliarden Klimaprojekte, deren wirtschaftlicher Nutzen zweifelhaft ist. Die Folge: Ein schrumpfender Kuchen, um den nun auch noch andere Länder kämpfen.
Die EU bringt mit ihrem starren Regelwerk zusätzliche Fesseln. Doch anstatt pragmatisch auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren, verfällt man in Brüssel in den alten Reflex der Bürokratie. Ein freihandelsabkommen mit Indien, das immerhin 1,4 Milliarden Menschen umfasst, wurde über Jahre zerredet. Jetzt, wo die USA und China die globalen Handelsströme neu ordnen, steht Europa einmal mehr ohne Plan da.
Natürlich gibt es Gegenstimmen. Manche Politiker preisen die deutsche „Multilateralismus“-Strategie als Stärke. Man pflege „langjährige Partnerstiftungen“ und setze auf Diplomatie. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: Deutschland hat weder in Washington noch in Peking nennenswerten Einfluss. Der EU-Außenbeauftragte kaute ebenfalls die Floskel von „demokratischen Werten“ und „regelbasierter Ordnung“ – nur dass sich die Regeln immer schneller zugunsten der Mächtigen verschieben.
Das Treffen zwischen Xi und Trump hat das schonungslos offengelegt. Die große Show bringt Berlin nichts. Solange die Bundesregierung nicht den Mut aufbringt, Steuern zu senken, Überregulierung abzubauen und eigenständige Handelsbeziehungen zu knüpfen, wird Deutschland weiter Zuschauer bleiben – nicht Mitspieler. Und die leeren Versprechungen der Großmächte werden dann zur bitteren Realität für jeden deutschen Steuerzahler.
Por Renan Filho · 2026-09-24