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Ein überraschender Vorstoß aus der deutschen Politik sorgt für Diskussionen: Der Abgeordnete Wildberger hat die Einführung einer neuen Steuer auf Künstliche Intelligenz (KI) vorgeschlagen. Die Abgabe soll gezielt in die nationale Sicherheit fließen – insbesondere in die Abwehr von KI-gestützten Cyberangriffen und die Überwachung autonomer Systeme. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da die Bundesregierung ohnehin über eine stärkere Regulierung von KI nachdenkt. Doch die Frage nach einer zusätzlichen Steuerlast spaltet die politischen Lager.
**Contexto**
Die Diskussion um eine KI-Steuer ist nicht neu. Bereits 2023 hatten Ökonomen wie Daron Acemoglu und internationale Organisationen wie die OECD über eine Besteuerung von Automatisierung und KI nachgedacht. In Deutschland wurde das Thema bisher vor allem im Zusammenhang mit der Digitalsteuer und der Besteuerung von Tech-Konzernen diskutiert. Wildbergers Vorstoß geht jedoch einen Schritt weiter: Er schlägt eine direkte Abgabe auf den Einsatz von KI-Systemen vor, unabhängig davon, ob sie von Unternehmen oder staatlichen Stellen genutzt werden. Die Einnahmen sollen zweckgebunden für Sicherheitsmaßnahmen verwendet werden – etwa für die Entwicklung von Abwehrtechnologien gegen Deepfakes, für die Sicherung kritischer Infrastruktur und für die Ausbildung von Fachkräften im Bereich Cybersicherheit.
Der Hintergrund ist die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe. Laut Berichten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben sich KI-basierte Cyberangriffe in den letzten Jahren vervielfacht. Gleichzeitig fehlt es an Mitteln, um diese Bedrohungen effektiv zu bekämpfen. Wildberger argumentiert, dass diejenigen, die von KI profitieren, auch zur Finanzierung der Sicherheitsinfrastruktur beitragen sollten. Sein Vorschlag sieht eine gestaffelte Steuer vor: Je nach Rechenleistung und Anwendungsbereich der KI sollen unterschiedliche Sätze gelten. Besonders betroffen wären große Sprachmodelle, Gesichtserkennungssysteme und autonome Entscheidungsalgorithmen.
Die Reaktionen sind gemischt. Die Bundesregierung hat sich bisher zurückhaltend geäußert. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums ließ verlauten, man prüfe den Vorschlag, warnte aber vor übereilten Steuern, die Innovationen abwürgen könnten. Die Opposition, insbesondere die FDP, lehnt eine neue Steuer grundsätzlich ab. Der digitalpolitische Sprecher der FDP-Fraktion nannte den Vorstoß „kontraproduktiv“ und verwies auf die Gefahr, dass Unternehmen ins Ausland abwandern könnten. Die SPD hingegen zeigt sich offen für eine Diskussion, fordert aber eine genauere Definition der Bemessungsgrundlage. Die Grünen sehen in der Steuer eine Chance, die sozialen und ökologischen Folgen der KI zu adressieren, warnen jedoch vor einer zu hohen Belastung für Start-ups.
**Analise**
Die Debatte um eine KI-Steuer ist mehr als nur eine finanzpolitische Frage. Sie berührt grundlegende Aspekte der Sicherheitspolitik. Wenn KI-Systeme immer mächtiger werden, steigt auch das Risiko ihres Missbrauchs. Eine Steuer könnte als Lenkungsinstrument dienen: Sie würde den Einsatz von KI verteuern und damit Anreize setzen, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Gleichzeitig würde sie dringend benötigte Mittel für den Schutz der digitalen Souveränität Deutschlands bereitstellen. Allerdings ist die Umsetzung technisch schwierig. Wie misst man den „KI-Einsatz“? Wie verhindert man Steuerflucht? Und wie wirkt sich die Steuer auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen aus?
Ein weiterer Aspekt ist die Frage der Gerechtigkeit. Kleine Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die KI für harmlose Zwecke nutzen, würden genauso belastet wie große Tech-Konzerne. Wildberger schlägt daher Freibeträge vor, doch die genaue Ausgestaltung ist noch unklar. Kritiker bemängeln, dass die Steuer letztlich die Verbraucher treffen würde, da Unternehmen die Kosten weitergeben. Befürworter hingegen verweisen auf die Notwendigkeit, die Sicherheitsinfrastruktur zu finanzieren, ohne das allgemeine Steueraufkommen zu erhöhen. Die Debatte wird sich in den kommenden Wochen verschärfen, da der Bundestag über den Vorschlag beraten wird.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf öffentlichen Stellungnahmen des Bundestagsabgeordneten Wildberger, Berichten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie Aussagen von Sprechern des Bundesfinanzministeriums und der Fraktionen von SPD, FDP und Grünen. Weitere Quellen sind Diskussionspapiere der OECD zur Besteuerung von Automatisierung und Analysen deutscher Wirtschaftsinstitute zur Digitalsteuer.
Por Renan Filho · 2026-10-13