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Volkswagen kämpft weiterhin mit der Rentabilität seiner Elektroflotte. Finanzvorstand David Antlitz erklärte in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, dass die Gewinnmargen der E-Modelle des Konzerns nach wie vor niedriger ausfallen als die der vergleichbaren Verbrennerfahrzeuge. Die Aussage, die am Donnerstag durch ein internes Rundschreiben bekannt wurde, unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen des Wolfsburger Autobauers bei der Transformation zur Elektromobilität.
**Contexto**
Die Äußerung von Antlitz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen mit einer schwächelnden Nachfrage nach Elektroautos in Europa und China kämpft. Im dritten Quartal 2026 sank der Absatz von vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zehn Prozent, während die Verkäufe von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor stabil blieben. Analysten führen dies auf die hohen Anschaffungskosten von E-Autos, den schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Kürzung staatlicher Kaufprämien in mehreren EU-Ländern zurück.
Volkswagen hatte in den vergangenen Jahren Milliarden in die Entwicklung neuer Elektroplattformen wie die MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten) und die kommende SSP (Scalable Systems Platform) investiert. Dennoch gelingt es dem Konzern nicht, die Kosten pro Fahrzeug so weit zu senken, dass die Margen der Verbrenner erreicht werden. Laut Branchenkennern liegen die Herstellungskosten eines E-Autos im Durchschnitt noch immer 30 bis 40 Prozent über denen eines vergleichbaren Verbrenners, vor allem aufgrund der teuren Batterieproduktion.
Antlitz betonte in dem Schreiben, dass Volkswagen an Kostensenkungen arbeite, insbesondere durch die geplante Batteriezellfertigung in Salzgitter und die Standardisierung von Komponenten. „Wir machen Fortschritte, aber der Weg zur Parität ist länger als ursprünglich angenommen“, zitierte das Handelsblatt aus dem internen Dokument. Der Finanzchef warnte zudem vor den steigenden Ausgaben für CO₂-Flottenstrafen in der EU, die den Konzern im laufenden Jahr voraussichtlich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten werden.
**Analise**
Die Aussage von Antlitz ist ein seltenes Eingeständnis der Realität aus der obersten Führungsebene eines deutschen Autobauers. Bislang hatten Vorstände von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz öffentlich stets die langfristige Rentabilität der E-Mobilität beschworen. Dass nun der Finanzvorstand selbst die anhaltende Margenlücke einräumt, könnte auf einen Strategiewechsel hindeuten. Analysten der Deutschen Bank spekulieren, dass Volkswagen gezwungen sein könnte, die Preise für E-Modelle weiter zu erhöhen oder das Angebot an Verbrennern länger aufrechtzuerhalten, um die Gewinne zu sichern.
Die Entwicklung hat auch politische Implikationen. Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutsche Straßen zu bringen. Angesichts der aktuellen Absatzflaute und der Margenprobleme der Hersteller erscheint dieses Ziel zunehmend unrealistisch. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte erst kürzlich eingeräumt, dass der Hochlauf der E-Mobilität „holpriger“ verlaufe als geplant. Sollten die Margen der E-Autos nicht bald steigen, droht eine Verlangsamung der Investitionen in neue Modelle und Werke, was die deutsche Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb weiter zurückwerfen könnte.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf einem internen Rundschreiben von Volkswagen-Finanzvorstand David Antlitz an die Belegschaft, das dem Handelsblatt und der Automobilwoche vorliegt. Zudem wurden Absatzzahlen des dritten Quartals 2026 aus der Konzernmitteilung von Volkswagen sowie Analystenkommentare der Deutschen Bank und Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck herangezogen.
Por Renan Filho · 2026-10-30