**Lead**
Die US-Midterms 2026 haben die Machtverhältnisse in Washington verschoben – Präsident Donald Trump verliert seine komfortable Mehrheit im Kongress. Doch eines bleibt unverändert: die hohen Zölle auf deutsche Importe, die Trump seit 2025 verhängt hat. Diese Abgaben belasten nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch die deutsche Sportbranche, die jährlich Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro in die USA exportiert. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Preise für Sportartikel in den USA steigen und deutsche Vereine um ihre US-Partnerschaften bangen müssen.
**Contexto**
Die Zollpolitik Trumps war ein zentraler Punkt seines Wahlkampfes. Nach seinem Amtsantritt 2025 führte er pauschal 25 % Zoll auf viele deutsche Produkte ein – begründet mit dem angeblich unfairen Handelsdefizit. Die EU reagierte mit Gegenzöllen auf US-Waren wie Bourbon und Motorräder. Im Laufe des Jahres 2025 weitete Trump die Zölle auch auf Textilien und elektronische Komponenten aus – genau jene Produkte, die für die Sportindustrie essenziell sind. Deutsche Hersteller von Funktionsbekleidung, Laufschuhen und Fitnessgeräten wie Adidas, Puma oder der mittelständische Spezialist Schöffel sitzen in der Zollfalle. Laut Branchenverbänden gingen die Exporte in die USA im ersten Halbjahr 2026 um rund 15 % zurück – ein massiver Einbruch, der Arbeitsplätze kostet.
Nun, nach den Midterms, hofften viele auf ein Ende der Zölle. Trumps Republikaner verloren die Mehrheit im Repräsentantenhaus, seine politische Durchsetzungskraft schwindet. Doch der Präsident kann Zollfragen weitgehend per Dekret regeln; der Kongress hat hier wenig Einfluss. Erste Signale aus dem Weißen Haus deuten darauf hin, dass Trump an seinem protektionistischen Kurs festhalten wird. Die neue demokratische Mehrheit im Unterhaus kündigte zwar Anhörungen zu den Handelsfolgen an, aber konkrete Gesetze gegen die Zölle sind nicht in Sicht.
**Analise**
Die Folgen für den deutschen Sport sind vielschichtig. Zum einen belasten die Zölle die Endverbraucher in den USA: Ein deutsches Paar Laufschuhe kostet plötzlich 30 % mehr. Das drückt die Nachfrage und trifft die deutschen Hersteller massiv. Adidas meldete bereits im dritten Quartal 2026 rückläufige Umsätze in Nordamerika – einem der wichtigsten Märkte. Puma musste seine US-Preise anheben und verlor Marktanteile an einheimische Konkurrenten wie Nike. Mittelständische Firmen, die auf den US-Markt angewiesen sind, geraten in Existenznot.
Zum anderen betrifft es auch deutsche Fußballvereine und Sportverbände. Viele Bundesligaklubs sind strategische Partnerschaften mit US-Konzernen eingegangen – etwa Trikotsponsoring oder Technologielieferanten für Stadien. Die Zollpolitik führt zu Unsicherheit: US-Partner zögern mit Investitionen, einige Kooperationen wurden bereits auf Eis gelegt. Der DFB fürchtet zudem, dass die Austragung von Länderspielen in den USA teurer wird – die Kosten für Ausrüstung und Logistik steigen. Auch die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird durch die Zollfrage überschattet: Deutsche Fans und Teams müssen mit höheren Reise- und Importkosten rechnen.
Experten gehen davon aus, dass die Zölle langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Sportindustrie schwächen. Unternehmen verlagern bereits Produktion in die USA oder nach Mexiko, um die Abgaben zu umgehen. Das kostet in Deutschland Arbeitsplätze – allein in Bayern und Baden-Württemberg sind Zehntausende Beschäftigte in der Sportartikelbranche tätig. Ob die neue Kongressmehrheit oder die EU-Kommission einlenken, bleibt ungewiss. Fest steht: Trumps Macht schwindet, aber seine Zölle sind für den deutschen Sport noch lange nicht Geschichte.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf öffentlichen Berichten von Reuters, der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dem Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI) sowie auf Unternehmensmitteilungen von Adidas und Puma aus dem Jahr 2026. Die Einschätzung der politischen Lage folgt Analysen des German Institute for International and Security Affairs (SWP).
Por Renan Filho · 2026-11-04