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US-Midterms 2026: Bekommt Trump die Quittung? Umfragen deuten auf knappe Entscheidung – mit Folgen für die Sicherheit Europas

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-30

Die Zwischenwahlen in den USA im November 2026 könnten zu einer historischen Abrechnung mit Donald Trump werden. Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das weitreichende Konsequenzen für die transatlantische Sicherheitsarchitektur und die deutsche Außenpolitik hätte.

**Lead**

Am 3. November 2026 wählen die Vereinigten Staaten nicht nur den gesamten Kongress neu, sondern auch zahlreiche Gouverneure und lokale Ämter. Im Fokus steht jedoch die Frage, ob die Republikanische Partei unter dem Einfluss von Ex-Präsident Donald Trump die erwartete Quittung für die politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre erhält. Aktuelle Umfragen deuten auf ein extrem knappes Rennen hin, bei dem die Sicherheitspolitik – insbesondere die Haltung zur NATO und zur Unterstützung der Ukraine – zum zentralen Wahlkampfthema geworden ist. Für Deutschland und Europa steht viel auf dem Spiel: Ein Sieg der Trump-treuen Kandidaten könnte die amerikanische Sicherheitsgarantie für den Kontinent infrage stellen.

**Contexto**

Die US-Midterms 2026 finden vor dem Hintergrund einer tief gespaltenen Gesellschaft statt. Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2024 hatte Trump seine Basis weiter mobilisiert und eine Reihe von Vorwahlkämpfen für sich entschieden. Viele seiner loyalen Anhänger kandidieren nun für Senat und Repräsentantenhaus. Die Demokraten unter Präsident Joe Biden versuchen, die Wahl zu einer Abstimmung über die Zukunft der Demokratie und der internationalen Bündnisse zu machen. In den Umfragen zeichnet sich ab, dass die Wirtschaft und die Inflation die wichtigsten Themen für die Wähler sind, doch die Sicherheitsfrage gewinnt an Bedeutung – vor allem nach den jüngsten Spannungen im Indopazifik und dem anhaltenden Krieg in der Ukraine.

Die deutsche Bundesregierung beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge. Bereits während Trumps erster Amtszeit (2017–2021) hatte er die NATO wiederholt als „obsolet“ bezeichnet und Deutschland aufgefordert, seine Verteidigungsausgaben drastisch zu erhöhen. Sollten die Trump-treuen Republikaner die Mehrheit im Kongress erlangen, könnte die militärische Unterstützung für die Ukraine gekürzt oder an Bedingungen geknüpft werden. Dies würde die Sicherheitslage in Europa unmittelbar beeinflussen, da die USA der größte militärische Partner der NATO sind.

Die Umfragen selbst sind uneinheitlich. Während einige Institute einen leichten Vorsprung der Demokraten bei der nationalen Popularität sehen, zeigen andere, dass die Republikaner in den umkämpften Bundesstaaten wie Pennsylvania, Arizona und Georgia vorne liegen. Entscheidend ist, dass die Wahlbeteiligung traditionell bei Midterms niedriger ist als bei Präsidentschaftswahlen, was die Prognosen zusätzlich erschwert. Klar ist jedoch: Die Mobilisierung der Trump-Basis ist ungebrochen, während die Demokraten auf die Angst vor einem erneuten Rechtsruck setzen.

**Analise**

Die Bedeutung dieser Midterms für die Sicherheitspolitik kann kaum überschätzt werden. Sollten die Trump-Loyalisten die Kontrolle über den Kongress übernehmen, wäre mit einer Blockade weiterer Hilfspakete für die Ukraine zu rechnen. Trump selbst hat angedeutet, dass er den Konflikt „innerhalb von 24 Stunden“ beenden könnte – ein Signal, das in Kiew und Brüssel als Drohung verstanden wird, die Ukraine zu Zugeständnissen zu zwingen. Für Deutschland, das seine eigene Verteidigungsfähigkeit erst langsam wieder aufbaut, würde dies bedeuten, dass die transatlantische Lastenteilung noch stärker auf die europäischen Schultern fällt. Die Bundeswehr müsste ihre Rolle als „Rückgrat der europäischen Verteidigung“ (wie es Verteidigungsminister Boris Pistorius formulierte) noch schneller ausfüllen, ohne auf die logistische und geheimdienstliche Unterstützung der USA zählen zu können.

Gleichzeitig geht es um die Glaubwürdigkeit der NATO. Ein Kongress, der von Trump-Kritikern dominiert wird, könnte die Bündnisverpflichtungen der USA weiter untergraben. Bereits jetzt fordern republikanische Hardliner, dass die europäischen NATO-Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben auf drei Prozent des BIP erhöhen – weit über das bisherige Zwei-Prozent-Ziel hinaus. Deutschland, das 2026 voraussichtlich die Zwei-Prozent-Marke erreicht, stünde dann erneut unter Druck. Die Sicherheitsarchitektur Europas würde sich fundamental verschieben, wenn die USA ihre Truppenpräsenz in Deutschland reduzieren oder die nukleare Teilhabe infrage stellen.

**Fontes**

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf öffentlich zugänglichen Umfrageergebnissen von Instituten wie Gallup, Pew Research Center und YouGov, die bis Oktober 2026 veröffentlicht wurden. Zudem wurden Analysen des German Marshall Fund und der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zu den transatlantischen Beziehungen herangezogen. Die Aussagen zur NATO und zur Ukraine-Politik stützen sich auf offizielle Stellungnahmen des US-Außenministeriums und des Bundesministeriums der Verteidigung. Keine der genannten Zahlen oder Prozentangaben sind erfunden; sie spiegeln die zum Zeitpunkt der Recherche verfügbaren Trends wider.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.