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In einer geschlossenen Veranstaltung mit republikanischen Großspendern in Mar-a-Lago soll US-Präsident Donald Trump nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien gesagt haben: „Wir machen einen guten Job, aber wir haben eine schlechte PR – besonders in Deutschland.“ Die Äußerung, die am späten Mittwochabend (Ortszeit) bekannt wurde, wirft ein Schlaglicht auf das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen Washington und Berlin. Trumps Kommentar fällt in eine Woche, in der seine Regierung erneut Strafzölle auf deutsche Industriegüter angedroht und die US-Truppenpräsenz in Deutschland infrage gestellt hat.
**Contexto**
Die Bemerkung des US-Präsidenten ist kein offizielles Statement, sondern Teil einer vertraulichen Spendenzusammenkunft, die von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender CNN unter Berufung auf zwei Teilnehmer bestätigt wurde. Trump bezog sich demnach auf die anhaltende öffentliche Kritik in deutschen Leitmedien und der politischen Klasse in Berlin an seiner Außenhandelspolitik, seiner Haltung zur NATO und seinem Umgang mit dem Ukraine-Krieg. In den vergangenen Monaten hatte Trump mehrfach gedroht, US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, falls Berlin seine Verteidigungsausgaben nicht drastisch erhöhe. Zudem ließ das Weiße Haus durchblicken, dass die bestehenden Sanktionen gegen Russland möglicherweise gelockert werden könnten – eine Position, die von der deutschen Bundesregierung scharf abgelehnt wird.
Die transatlantischen Beziehungen durchlaufen derzeit eine der schwierigsten Phasen seit dem Ende des Kalten Krieges. Während die deutsche Bundeskanzlerin und ihr Außenministerium auf Dialog und multilaterale Abstimmung setzen, verfolgt die Trump-Administration zunehmend einen unilateralen Kurs. Besonders die Handelskonflikte haben sich verschärft: Erst im September drohte Trump mit neuen Zöllen auf deutsche Automobile, sollte Berlin nicht größere Mengen amerikanischen Flüssiggases abnehmen. Die deutsche Wirtschaft, die stark von Exporten in die USA abhängig ist, reagiert verunsichert.
Dass Trump nun selbst einräumt, die öffentliche Wahrnehmung seiner Politik in Deutschland sei schlecht, deuten Beobachter als bemerkenswertes Eingeständnis. Der Präsident, der sonst jede negative Berichterstattung als „Fake News“ abtut, scheint hier zumindest intern zuzugeben, dass die Kommunikationsstrategie seiner Regierung in Europa nicht verfängt. Die „schlechte PR“ sei, so ein Teilnehmer der Veranstaltung, von Trump weniger als Kritik an der eigenen Regierung, sondern vielmehr als Klage über eine voreingenommene deutsche Medienlandschaft geäußert worden.
**Analise**
Die Aussage ist politisch mehrschichtig. Zum einen zeigt sie, dass Trump sich der Stimmungslage in Deutschland durchaus bewusst ist – aber nicht bereit ist, seine Politik zu ändern. Stattdessen scheint er die Schuld bei der medialen Vermittlung zu suchen. Das könnte bedeuten, dass das Weiße Haus in Zukunft verstärkt eigene Kommunikationskanäle aufbauen wird, um direkt die deutsche Öffentlichkeit anzusprechen – möglicherweise über soziale Netzwerke oder konservative Plattformen. Bereits jetzt unterhält die US-Botschaft in Berlin einen eigenen News-Blog, der regelmäßig Regierungspositionen ungefiltert publiziert.
Zum anderen untergräbt die private Bemerkung die offizielle Rhetorik der Administração, die stets von „engen und freundschaftlichen Beziehungen“ zu Deutschland spricht. Wenn der Präsident selbst einräumt, dass die PR schlecht sei, schwingt darin die Anerkennung mit, dass das Verhältnis tatsächlich angeschlagen ist. Für die deutsche Regierung ist dies ein Alarmsignal: Sie muss sich fragen lassen, warum es ihr nicht gelingt, die eigene Bevölkerung für eine enge Kooperation mit den USA zu gewinnen – oder ob das Problem weniger in der PR als in den Inhalten der Trump-Politik liegt.
Politische Analysten in Washington weisen darauf hin, dass Trumps Aussage auch als taktisches Manöver gedeutet werden könnte. Indem er die schlechte Wahrnehmung auf eine PR-Schwäche reduziert, vermeidet er eine inhaltliche Debatte über die tatsächlichen Konfliktpunkte. „Es ist einfacher, den Boten zu erschießen, als die Botschaft zu ändern“, kommentierte ein ehemaliger US-Diplomat, der nicht namentlich zitiert werden wollte, gegenüber der New York Times. Tatsächlich sind die Streitpunkte handfest: von den Strafzöllen über die NATO-Finanzierung bis hin zur unterschiedlichen Bewertung des Ukraine-Kriegs.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Trump-Administration versuchen wird, ihre PR in Deutschland zu verbessern – etwa durch gezielte Besuche hochrangiger Regierungsmitglieder oder wirtschaftliche Kooperationsangebote – oder ob der Präsident bei seiner Linie bleibt: Gute Arbeit, schlechte Presse, Schuld der Medien. Für Berlin bedeutet dies, dass man sich nicht auf eine Entspannung der Beziehungen verlassen darf. Vielmehr ist mit weiteren unilateralen Schritten aus Washington zu rechnen.
**Fontes**
Die Informationen dieser Meldung basieren auf Berichten der Associated Press (AP) und CNN, die sich auf Teilnehmer der geschlossenen Spendenveranstaltung in Mar-a-Lago berufen. Weitere Hintergründe zu den transatlantischen Spannungen wurden entnommen aus offiziellen Statements des deutschen Auswärtigen Amts und des Weißen Hauses sowie Analysen der New York Times und des Council on Foreign Relations (CFR).
Por Renan Filho · 2026-10-02