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Economia

Trump hilft nicht: Selenskyj redet sich in Fahrt – und handelt für Deutschland

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-15

Während die US-Regierung unter Donald Trump kaum wirtschaftliche Impulse für die Ukraine liefert, sucht Präsident Wolodymyr Selenskyj den Schulterschluss mit Berlin. Neue Abkommen und Investitionsinitiativen sollen die deutsch-ukrainischen Wirtschaftsbeziehungen vertiefen.

**Lead**

Die USA bleiben wirtschaftlich passiv – Präsident Wolodymyr Selenskyj reagiert mit einer Kehrtwende: Statt auf Washington zu warten, forciert er eine strategische Annäherung an Deutschland. In den vergangenen Tagen wurden mehrere bilaterale Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, die den Außenhandel und die Energiepartnerschaft zwischen Kiew und Berlin stärken sollen. Experten sehen darin einen gezielten Schachzug, um die Abhängigkeit von unsicherer US-Unterstützung zu verringern.

**Contexto**

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA haben sich unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump merklich abgekühlt. Während der frühere US-Präsident Joe Biden milliardenschwere Hilfspakete schnürte, signalisiert Trump wiederholt seine Skepsis gegenüber einer dauerhaften finanziellen Unterstützung Kiews. In einer Rede vor dem Kongress im März stellte er sogar die Fortsetzung von Rüstungs- und Wirtschaftshilfe infrage – ein Kurs, der in Kiew für Unruhe sorgt.

Vor diesem Hintergrund intensiviert die ukrainische Führung ihre Kontakte nach Europa – insbesondere nach Deutschland. Wirtschaftsminister Robert Habeck reiste kürzlich nach Kiew, um über eine Ausweitung der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff zu verhandeln. Auch die Europäische Investitionsbank signalisierte Bereitschaft, neue Projekte in der Ukraine zu finanzieren. Selenskyj selbst traf sich in Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz, um einen „Wirtschaftspakt für Wiederaufbau und Modernisierung“ auf den Weg zu bringen.

**Analise**

Die handelspolitische Neuausrichtung der Ukraine ist alles andere als ein Zufall. Mit der Abkühlung der transatlantischen Beziehungen unter Trump ist Kiew gezwungen, neue Absatzmärkte und Investitionsquellen zu erschließen. Deutschland bietet sich dabei als natürlicher Partner an: Es ist nicht nur der größte EU-Mitgliedstaat, sondern auch ein wichtiger Akteur im Bereich erneuerbare Energien und industrielle Zusammenarbeit. Selenskyj setzt darauf, dass Berlin seine geopolitischen Interessen mit wirtschaftlichen Anreizen verbinden kann.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bereits spürbar. Deutsche Unternehmen, darunter Siemens Energy und RWE, haben erste Vorverträge für den Ausbau der ukrainischen Stromnetze unterzeichnet. Parallel dazu verhandeln beide Seiten über eine Liberalisierung des Agrarhandels. Sollten die Gespräche erfolgreich sein, könnte sich die Ukraine zu einem wichtigen Lieferanten für Lebensmittel und Rohstoffe für den deutschen Markt entwickeln. Analysten bewerten diese Entwicklung als Teil eines langfristigen Trends: Die Ukraine sucht nach Alternativen zur US-Dominanz im globalen Wirtschaftssystem.

Die Entscheidung Selenskyjs, sich verstärkt auf Deutschland zu konzentrieren, birgt jedoch auch Risiken. Die deutsche Wirtschaft selbst steckt in einer Rezession – die Industrie leidet unter hohen Energiekosten und Bürokratie. Ob die versprochenen Investitionen tatsächlich fließen, bleibt abzuwarten. Zudem könnte die Trump-Administration mit wirtschaftlichen Gegenschritten reagieren, etwa durch Zölle auf ukrainische Waren. Dennoch: Der Schritt Selenskyjs zeigt, dass Kiew nicht länger auf eine Wiederannäherung an Washington setzt, sondern eigenständige Wege sucht – und dabei ausgerechnet auf Deutschland setzt.

**Fontes**

Die Informationen beruhen auf öffentlichen Stellungnahmen der ukrainischen Präsidialverwaltung, Pressemitteilungen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie Berichten internationaler Wirtschaftsmedien wie der Financial Times und der Deutschen Welle. Die genannten Zahlen und Abkommen sind als vorläufig zu betrachten; verbindliche Verträge liegen noch nicht alle vor.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.