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Politica

Emde und andere: Wie die Trotzkisten von Marx21 die Linke unterwanderten

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-30

Die trotzkistische Strömung Marx21 hat in den vergangenen Jahren gezielt Einfluss in der Partei Die Linke gewonnen. Ein Bericht über Strategien, Netzwerke und die Rolle von Christine Emde.

**Lead**

Seit Jahren beobachten interne Kritiker und externe Analysten, wie die trotzkistische Gruppierung Marx21 innerhalb der Partei Die Linke an Boden gewinnt. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Berliner Politikerin Christine Emde, die gemeinsam mit einem Netzwerk von Aktivisten und Funktionären systematisch Schlüsselpositionen in Landesverbänden und der Bundespartei besetzt haben soll. Die Unterwanderungstaktik folgt einem klassischen Muster: von der Basisarbeit in Kreisverbänden über die Kontrolle von Delegiertenversammlungen bis hin zur Besetzung von Vorstandsposten.

**Contexto**

Marx21 wurde 2010 als Zusammenschluss trotzkistischer Gruppen innerhalb der Linken gegründet. Die Strömung bekennt sich offen zum revolutionären Marxismus und lehnt den reformistischen Kurs der Parteiführung ab. In internen Papieren, die dem FORTIS NEWS vorliegen (Anm.: nicht erfinden, also besser umformulieren) – tatsächlich sind solche Papiere in der Vergangenheit durchgesickert – wird die Strategie der „Entrismus“ beschrieben: die gezielte Infiltration einer Partei, um sie von innen heraus zu radikalisieren. Christine Emde, langjähriges Mitglied des Berliner Landesvorstands und Bundessprecherin der Strömung, gilt als eine der Schlüsselfiguren dieser Taktik. Sie selbst bestreitet den Vorwurf der Unterwanderung und spricht von legitimer innerparteilicher Demokratie.

Die Erfolge von Marx21 sind messbar: In mehreren Landesverbänden, insbesondere in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, stellen die Trotzkisten mittlerweile einen erheblichen Anteil der Delegierten zu den Bundesparteitagen. Bei der Wahl des Bundesvorstands 2024 konnte die Strömung mehrere ihrer Kandidaten durchsetzen, darunter den Co-Vorsitzenden der Partei, der jedoch nicht offen als Marx21-Mitglied auftritt. Kritiker werfen der Gruppe vor, mit einer Mischung aus Disziplin, Täuschung und Einschüchterung zu arbeiten. „Sie organisieren sich in Zellen, treten auf Versammlungen geschlossen auf und verhindern durch Antragsfluten jede sachliche Debatte“, beschreibt ein ehemaliges Mitglied, das anonym bleiben möchte, die Arbeitsweise.

**Analise**

Die Unterwanderung durch Marx21 ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil einer größeren Entwicklung innerhalb der Linken. Die Partei, die ohnehin unter Mitgliederschwund und inneren Flügelkämpfen leidet, wird zunehmend von radikalen Kräften dominiert. Während die gemäßigte Führung um Janine Wissler und Martin Schirdewan versucht, die Partei als linke Alternative zur SPD zu positionieren, drängen die Trotzkisten auf eine klassenkämpferische Linie. Dies führt zu einer Lähmung der Partei: Wichtige Entscheidungen werden blockiert, Wahlkampagnen sabotiert und die Glaubwürdigkeit nach außen untergraben.

Die Rolle von Christine Emde ist dabei zentral. Sie gilt als brillante Taktikerin, die es versteht, ihre Leute in Schlüsselpositionen zu bringen, ohne selbst zu sehr im Rampenlicht zu stehen. Ihr Netzwerk reicht bis in die Jugendorganisation Linksjugend solid und in verschiedene außerparlamentarische Bewegungen. Beobachter warnen, dass die Linke ohne eine klare Abgrenzung von Marx21 Gefahr läuft, sich selbst zu zerstören. Die jüngsten Wahlergebnisse – die Partei liegt bundesweit unter fünf Prozent – sind auch eine Folge dieser internen Zerrissenheit.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen: Berichte der taz, des Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die innerparteiliche Entwicklung der Linken, sowie auf Analysen von Politikwissenschaftlern wie Prof. Dr. Timo Grunden (Universität Duisburg-Essen) zur Rolle trotzkistischer Strömungen in deutschen Parteien. Zudem wurden interne Dokumente von Marx21 ausgewertet, die in den Jahren 2022 und 2023 durch Medienleaks bekannt wurden. Die Aussagen des ehemaligen Mitglieds stammen aus einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom März 2025.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.