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Ein hochrangiges Treffen in Brüssel zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und führenden Vertretern des deutschen Sports ist am Dienstag ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Wie aus diplomatischen Kreisen verlautete, reagierte Selenskyj gereizt auf die aus seiner Sicht unzureichenden Hilfszusagen für den ukrainischen Sport unter den Bedingungen des Krieges. Die Veranstaltung, die im Vorfeld als Geste der Solidarität angekündigt worden war, entwickelte sich zu einer emotionalen Aussprache über die Prioritäten der internationalen Sportgemeinschaft.
**Contexto**
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind tausende ukrainische Spitzensportler ins Ausland geflohen oder kämpfen an der Front. Viele Trainingsstätten wurden zerstört, nationale Meisterschaften sind ausgesetzt. Der deutsche Sport hat wiederholt Hilfe geleistet: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) organisierte Trainingslager, der Fußball-Bundesligist zahlte Spenden, und zahlreiche Vereine boten ukrainischen Athleten Asyl. Dennoch beklagt die ukrainische Seite, dass die Unterstützung zu langsam und zu bürokratisch sei.
Das Treffen in Brüssel war als Teil einer europäischen Sportdiplomatie-Initiative geplant. Neben Selenskyj und einer Delegation des DOSB nahmen auch Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) teil, die jedoch nicht namentlich genannt werden. Die Wahl des Ortes Brüssel unterstreicht die europäische Dimension: Die EU-Kommission hatte den Austausch zwischen Sportverbänden und ukrainischen Offiziellen vermittelt.
Selenskyj, der selbst früher als Schauspieler und Produzent arbeitete, aber kein Spitzensportler war, hat den Sport mehrfach als „wichtigen Teil der nationalen Identität“ bezeichnet. In seiner Rede vor den Sportführern betonte er, dass der ukrainische Sport „nicht nur eine Nebensache in Kriegszeiten“ sei, sondern ein Symbol des Widerstands. Er forderte konkrete finanzielle Zusagen für den Wiederaufbau von Sportstätten sowie Visaerleichterungen für ukrainische Athleten, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen möchten.
Die deutsche Seite zeigte sich verständnisvoll, verwies jedoch auf die begrenzten Mittel. Ein Sprecher des DOSB sagte nach dem Treffen, man werde weiterhin „im Rahmen der Möglichkeiten“ helfen. Konkrete Summen wurden nicht genannt. Die deutsche Regierung habe bereits mehrere Millionen Euro zur Verfügung gestellt, doch der ukrainische Bedarf sei enorm. Nach Schätzungen des ukrainischen Sportministeriums – die nicht überprüft werden können – wurden über 400 Sportstätten zerstört.
**Analise**
Das Treffen in Brüssel zeigt einmal mehr die wachsende Frustration der Ukraine gegenüber ihren westlichen Partnern. Obwohl der deutsche Sport zweifellos viel geleistet hat, reicht dies aus ukrainischer Sicht nicht aus, um den Zusammenbruch des Sportsystems zu verhindern. Die gereizte Stimmung Selenskyjs spiegelt die allgemeine Lage wider: Die Ukraine kämpft nicht nur militärisch, sondern auch um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft. Der Sport ist dabei ein wichtiges Feld, auf dem sich Solidarität messen lässt.
Für den deutschen Sport stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der eigenen Werte. Der DOSB hat sich offiziell gegen die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten an Olympischen Spielen ausgesprochen, gleichzeitig aber Mühe, die eigenen Versprechungen einzulösen. Die Brüsseler Begegnung könnte als Wendepunkt wirken, wenn Deutschland seine Sportförderung für die Ukraine institutionalisiert. Ohne verbindliche Zusagen droht der Eindruck von Symbolpolitik, der das Ansehen des deutschen Sports in Osteuropa schädigen könnte.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf offiziellen Mitteilungen des Büros des ukrainischen Präsidenten, Stellungnahmen des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie Berichten der Nachrichtenagentur Associated Press und der Deutschen Welle. Indirekte Zitate wurden aus diplomatischen Quellen zusammengefasst, die namentlich nicht genannt werden möchten. Konkrete Zahlen zu zerstörten Sportstätten stammen aus ukrainischen Regierungsangaben und wurden nicht unabhängig verifiziert.
Por Renan Filho · 2026-10-17