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Tech-Investor Tom Slater setzt auf Anthropic statt OpenAI – und erklärt warum

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-03

Der renommierte Tech-Investor Tom Slater von Baillie Gifford bevorzugt das KI-Start-up Anthropic gegenüber dem Branchenriesen OpenAI. In einem Interview erläutert er seine Beweggründe und die strategischen Unterschiede der beiden Unternehmen.

**Lead**

Der Tech-Investor Tom Slater, Partner bei der schottischen Investmentfirma Baillie Gifford, hat sich in einem aktuellen Gespräch klar positioniert: Er setzt im Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz auf das Start-up Anthropic statt auf den bekannteren Konkurrenten OpenAI. Slater, der für seinen langfristigen Blick auf Technologietrends bekannt ist, sieht in Anthropics Ansatz zur KI-Sicherheit und -Entwicklung das größere Potenzial für nachhaltiges Wachstum. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Unternehmen um Milliardeninvestitionen und die Gunst der Entwickler konkurrieren.

**Contexto**

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, die mit der kommerziellen Ausrichtung des Unternehmens unzufrieden waren. Die Firma hat sich der Entwicklung „verantwortungsvoller“ KI verschrieben und setzt auf das Konzept der „Constitutional AI“ – eine Methode, bei der Modelle anhand eines festgelegten Regelwerks trainiert werden, um schädliche oder unethische Ausgaben zu minimieren. Ihr bekanntestes Produkt ist der Chatbot Claude, der als direkter Konkurrent zu OpenAIs GPT-Reihe gilt. OpenAI hingegen, ursprünglich als Non-Profit gestartet, hat sich unter der Führung von Sam Altman zunehmend kommerziell ausgerichtet und mit GPT-4 sowie DALL-E 3 Maßstäbe gesetzt. Das Unternehmen wird derzeit mit über 80 Milliarden Dollar bewertet und hat Partnerschaften mit Microsoft geschlossen.

Tom Slater ist kein Unbekannter in der Tech-Szene. Baillie Gifford, wo er als Partner für Technologieinvestitionen zuständig ist, verwaltet Vermögenswerte in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar und hat früh in Unternehmen wie Tesla, Amazon und Spotify investiert. Slater selbst gilt als einer der einflussreichsten Tech-Investoren Europas. In dem Interview, das einer deutschen Wirtschaftszeitung gegeben wurde, betonte er, dass er Anthropic nicht nur wegen seiner technischen Ausrichtung bevorzuge, sondern auch wegen der Unternehmenskultur und der langfristigen Vision. Er sehe bei OpenAI die Gefahr, dass der Druck, Umsätze zu steigern, zu Kompromissen bei der Sicherheit führen könne.

**Analise**

Slaters Präferenz für Anthropic ist bemerkenswert, weil Baillie Gifford selbst zu den frühen Investoren von OpenAI gehörte. Die Entscheidung, nun öffentlich auf den Herausforderer zu setzen, signalisiert einen möglichen Stimmungswandel unter großen institutionellen Anlegern. Während OpenAI mit seinen Produkten bereits breite Marktdurchdringung erreicht hat, bleibt Anthropic in der öffentlichen Wahrnehmung noch ein Nischenplayer. Doch Slater argumentiert, dass der Markt für KI nicht allein von der aktuellen Nutzerzahl bestimmt werde. Entscheidend sei vielmehr, welches Unternehmen die robustesten und vertrauenswürdigsten Systeme entwickle – denn erst das schaffe die Grundlage für eine dauerhafte Akzeptanz in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzen oder Recht.

Die unterschiedlichen Strategien der beiden Firmen lassen sich auch an ihren Finanzierungsrunden ablesen. OpenAI hat sich über Microsoft und andere Investoren Kapital in Milliardenhöhe gesichert, dafür aber auch Anteile und Einfluss abgegeben. Anthropic hingegen hat sich bewusst für eine unabhängigere Finanzierung entschieden, unter anderem durch eine Partnerschaft mit Google und eine milliardenschwere Zusage von Amazon. Slater sieht darin einen Vorteil: Anthropic könne seine Forschungsagenda freier verfolgen, ohne auf kurzfristige Renditeerwartungen Rücksicht nehmen zu müssen. Dies passe zu seiner eigenen Investmentphilosophie, die auf langfristige Entwicklungen setze – oft über zehn Jahre oder mehr.

**Fontes**

Die Informationen zu Tom Slaters Investmentstrategie und seinen Aussagen basieren auf öffentlich zugänglichen Interviews und Berichten, unter anderem aus der Finanzpresse sowie auf den offiziellen Webseiten von Baillie Gifford und Anthropic. Details zu den Geschäftsmodellen von OpenAI und Anthropic stammen aus Unternehmensmitteilungen und Branchenanalysen.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.