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Söder auf CSU-Parteitag: „Das ist eine böse, eine radikale Linke“

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-23

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat auf dem CSU-Parteitag die politische Linke scharf attackiert. Seine Wortwahl sorgt für Kontroversen und wirft Fragen zur politischen Kultur in Deutschland auf.

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Auf dem CSU-Parteitag in München hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit einer drastischen Aussage für Aufsehen gesorgt: „Das ist eine böse, eine radikale Linke“ – so charakterisierte er die politischen Kräfte, die seiner Ansicht nach die aktuelle Bundesregierung prägen. Die Äußerung fiel während einer Rede, in der Söder die Politik der Ampel-Koalition scharf kritisierte und zugleich die Position der CSU als konservative Kraft betonte. Der Liveblog des Parteitags dokumentierte die Szene und verbreitete sich rasch in den sozialen Medien.

**Contexto**

Der CSU-Parteitag fand unter dem Motto „Bayern stark, Deutschland sicher“ statt und versammelte rund 600 Delegierte in der bayerischen Landeshauptstadt. Söders Rede war mit Spannung erwartet worden, da die CSU in Umfragen zuletzt an Zustimmung verloren hatte und die Partei nach einem klaren Profil sucht. Die Bezeichnung „böse, radikale Linke“ zielte offenbar auf die Grünen und Teile der SPD ab, die in der Bundesregierung unter Olaf Scholz zentrale Positionen besetzen. Söder griff damit ein Thema auf, das konservative Wähler mobilisieren soll: die Furcht vor einer angeblichen Linksverschiebung der Politik.

Historisch gesehen hat die CSU stets einen vehement antikommunistischen und antisozialistischen Kurs verfolgt, doch die Wortwahl Söders geht über die übliche rhetorische Konfrontation hinaus. Medienberichten zufolge reagierten führende Politiker der Grünen und der Linken empört. Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) bezeichnete die Aussage als „unsachlich und spaltend“. Der Linken-Vorsitzende Martin Schirdewan forderte Söder auf, seine Äußerung zurückzunehmen. Die CSU hingegen verteidigte die Rede als legitime Kritik an den tatsächlichen politischen Inhalten der Regierung.

Die wissenschaftliche Einordnung solcher Aussagen fällt in den Bereich der politischen Kommunikationsforschung, die untersucht, wie Sprache politische Lagerbildung verstärkt. Die jüngste Forschung zeigt, dass radikalisierte Rhetorik – selbst wenn sie von etablierten Parteien kommt – zu einer Verrohung des politischen Diskurses führen kann. Dies ist besonders relevant für die Analyse der politischen Kultur in Demokratien, denn wiederholte Feindbildkonstruktionen können das Vertrauen in Institutionen untergraben. In diesem Sinne ist Söders Aussage nicht nur ein Politikum, sondern auch ein Gegenstand der Politischen Wissenschaft.

**Analise**

Söders Angriff auf die Linke ist strategisch zu verstehen: Er will das konservative Lager einen und gleichzeitig die AfD rechts überholen, indem er eine klare Kante gegen links zeigt. Gleichzeitig birgt die Eskalation der Sprache Risiken. Die Political-Science-Forschung belegt, dass übermäßig polarisierende Rhetorik die gesellschaftliche Spaltung vertiefen kann. In Deutschland, wo die Erinnerung an die Radikalisierung der Weimarer Republik noch immer präsent ist, werden solche Worte besonders sensibel aufgenommen.

Die öffentliche Reaktion zeigt eine geteilte Gesellschaft. Während Anhänger der CSU Söders Klartext begrüßen, warnen Politikwissenschaftler vor einem „Niedergang der demokratischen Debattenkultur“. Die Frage, ob ein Ministerpräsident ein ganzes politisches Spektrum als „böse“ bezeichnen darf, berührt Grundfragen der Verfassungsordnung. Denn das Grundgesetz schützt die Meinungsfreiheit, aber auch die Würde des Menschen und das Prinzip der streitbaren Demokratie. Die politische Wissenschaft beobachtet diesen Fall als Beispiel für den Wandel politischer Kommunikation im Zeitalter der sozialen Medien.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf der öffentlichen Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks, der den CSU-Parteitag live übertrug, sowie auf Pressemitteilungen der CSU und Stellungnahmen der genannten Bundespolitiker. Wissenschaftliche Hintergründe zur Polarisierungsforschung stammen aus der politikwissenschaftlichen Literatur, insbesondere Arbeiten zur demokratischen Streitkultur und zur politischen Kommunikationsforschung.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.