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Die Frankfurter Buchmesse 2025, die vom 15. bis 19. Oktober stattfindet, rückt unter dem Leitmotiv „What we owe to each other“ die Frage nach gegenseitigen Verpflichtungen in den Mittelpunkt. Zugleich verstärken die Veranstalter die Sicherheitsmaßnahmen angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und konkreter Bedrohungslagen. Der vielfach ausgezeichnete Autor Rainald Goetz wird auf der Messe erwartet und dürfte mit seinen gesellschaftskritischen Werken die Debatte um Verantwortung und Sicherheit bereichern.
**Contexto**
Die Frankfurter Buchmesse zählt zu den größten und bedeutendsten Literaturveranstaltungen weltweit. Jährlich strömen Hunderttausende Besucher aus über 100 Ländern in die Hallen des Messegeländes. Seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 und vereinzelten Drohungen gegen Literaturfestivals in Europa haben die Sicherheitsbehörden ihr Konzept kontinuierlich verschärft. Für die Ausgabe 2025 wurde ein mehrstufiges Sicherheitspaket geschnürt, das verstärkte Zugangskontrollen, Videoüberwachung und eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt umfasst.
Rainald Goetz, geboren 1954, ist ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker, der für seine provokativen und tiefgründigen Analysen der deutschen Gesellschaft bekannt ist. Seine Werke wie „Rave“ oder „Abfall für alle“ thematisieren oft die Grenzen von Freiheit und Sicherheit. Dass er auf der Buchmesse 2025 auftritt, passt zum Motto „What we owe to each other“, das die gegenseitigen Verpflichtungen in einer globalisierten, aber zunehmend fragmentierten Welt in den Fokus rückt. Die Organisatoren betonen, dass das Motto bewusst gewählt wurde, um angesichts von Kriegen, Klimakrise und sozialen Ungleichheiten eine Diskussion über Solidarität und Sicherheit anzustoßen.
Die Sicherheitslage in Deutschland ist angespannt. Nach den jüngsten Ereignissen in Europa, darunter Anschläge auf kulturelle Veranstaltungen in Frankreich und Großbritannien, haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihre Risikobewertung für Großveranstaltungen angehoben. Die Frankfurter Buchmesse gilt als weiches Ziel, da sie eine hohe Dichte an Besuchern und internationalen Gästen aufweist. Bereits im Vorfeld wurden Gespräche mit dem Auswärtigen Amt und dem hessischen Innenministerium geführt, um ein abgestimmtes Sicherheitskonzept zu entwickeln.
**Analise**
Die Verbindung von Sicherheit und dem Motto „What we owe to each other“ ist mehr als symbolisch. Das Motto impliziert eine ethische Verpflichtung, die über individuelle Freiheiten hinausgeht. In Zeiten, in denen Sicherheitsmaßnahmen oft als Einschränkung der Freiheit wahrgenommen werden, stellt die Buchmesse die Frage, welche Sicherheit wir einander schulden – und zu welchem Preis. Rainald Goetz, der in seinen Texten immer wieder die Dialektik von Sicherheit und Kontrolle beleuchtet, könnte hier eine Schlüsselrolle einnehmen. Seine Präsenz unterstreicht die Relevanz des Themas für die literarische und politische Öffentlichkeit.
Aus sicherheitstechnischer Sicht steht die Messe vor der Herausforderung, ein offenes, einladendes Event zu bleiben, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen. Die Veranstalter setzen auf eine Mischung aus sichtbaren und unsichtbaren Maßnahmen: uniformierte Polizei, zivile Sicherheitskräfte, Taschenkontrollen und eine digitale Einlasssteuerung. Gleichzeitig wird die Kommunikation mit den Besuchern intensiviert, um Ängste zu nehmen und Verhaltenshinweise zu geben. Der Erfolg des Konzepts hängt maßgeblich von der Kooperation aller Beteiligten ab – von den Ausstellern über die Autoren bis hin zu den Gästen.
Die Diskussion um „What we owe to each other“ könnte auf der Messe auch konkrete sicherheitspolitische Impulse liefern. So ist zu erwarten, dass Podiumsdiskussionen und Lesungen die Frage aufwerfen, wie viel Überwachung eine Gesellschaft verträgt, um alle zu schützen. Rainald Goetz, der sich in der Vergangenheit kritisch mit staatlicher Kontrolle auseinandergesetzt hat, wird hier vermutlich eine differenzierte Position beziehen. Die Buchmesse wird damit zum Schauplatz einer Debatte, die weit über die Literatur hinausreicht und die Grundfesten demokratischer Sicherheitspolitik berührt.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf offiziellen Ankündigungen der Frankfurter Buchmesse, Pressemitteilungen des Hessischen Innenministeriums sowie Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zur Sicherheitslage bei Großveranstaltungen. Die Biografie von Rainald Goetz ist öffentlich zugänglich über das Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden im Rahmen einer Pressekonferenz der Messeleitung im September 2025 skizziert.
Por Renan Filho · 2026-10-03