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Selenskyj: Russland wird sich für Diesel-Deal mit Terror bedanken – scharfe Kritik an Deutschland

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-10

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland vorgeworfen, durch indirekte Dieselkäufe aus Russland die Kriegskasse Moskaus zu füllen. Er warnt, Moskau werde sich für den Deal mit Terror bedanken.

**Lead**

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem aktuellen Liveblog-Eintrag zum Ukrainekrieg schwere Vorwürfe gegen Deutschland erhoben. Konkret kritisierte er einen mutmaßlichen Diesel-Deal, über den russische Energieträger über Umwege nach Deutschland gelangen sollen. „Russland wird sich für diesen Diesel-Deal mit Terror bedanken“, schrieb Selenskyj und spielte damit auf die fortgesetzten Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung an. Die Aussage fällt in eine Phase, in der die EU ihre Sanktionen gegen russische Ölprodukte verschärft hat, Deutschland jedoch weiterhin auf günstige Dieselimporte angewiesen ist.

**Contexto**

Hintergrund der Kritik ist ein Bericht, wonach Deutschland in den vergangenen Monaten verstärkt Diesel aus Drittstaaten bezogen habe, der ursprünglich aus russischen Raffinerien stammt. Obwohl die EU im Februar 2023 ein Embargo für russische Ölprodukte verhängte, bleiben Schlupflöcher bestehen: Rohöl aus Russland wird in Ländern wie Indien oder der Türkei verarbeitet und als „nicht-russisches“ Produkt reexportiert. Nach Angaben von Marktbeobachtern ist die Menge dieser indirekten Importe zuletzt gestiegen, da die globalen Dieselpreise hoch bleiben und Deutschland als größte Volkswirtschaft der EU auf bezahlbare Kraftstoffe angewiesen ist.

Selenskyj hatte bereits mehrfach vor einer „Selbstsanktionierung“ Europas gewarnt, wenn weiterhin russische Energie über Umwege gekauft werde. Der aktuelle Vorwurf zielt direkt auf die deutsche Bundesregierung ab, die sich offiziell zu den Sanktionen bekennt, aber wirtschaftliche Interessen nicht vernachlässigen kann. Der ukrainische Präsident betonte, dass jeder Euro, der für russischen Diesel ausgegeben werde, letztlich in die Kriegskasse des Kremls fließe und damit die Raketen und Drohnen finanziere, die ukrainische Städte zerstören.

Die deutsche Regierung hat auf die Vorwürfe bislang nicht direkt reagiert. Aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums verlautete jedoch, man prüfe die Lieferketten und setze sich für eine vollständige Transparenz bei Energieimporten ein. Tatsächlich ist der Druck auf Berlin gewachsen, da mehrere EU-Partner – allen voran Polen und die baltischen Staaten – Deutschland vorwerfen, die Sanktionen durch laxere Kontrollen zu untergraben. Die EU-Kommission hat angekündigt, die Durchsetzung der Embargos zu verschärfen, doch konkrete Maßnahmen stehen noch aus.

**Analise**

Die Aussage Selenskyjs ist mehr als nur ein weiterer diplomatischer Vorstoß. Sie unterstreicht ein strukturelles Problem der europäischen Sanktionspolitik: Während direkte Importe russischer Energieträger weitgehend gestoppt sind, blüht der Handel über Drittstaaten. Für Deutschland ist Diesel ein kritischer Wirtschaftsfaktor – die Industrie, die Landwirtschaft und der Transportsektor sind auf den Kraftstoff angewiesen. Ein vollständiger Verzicht auf indirekte russische Dieselimporte würde die Preise weiter in die Höhe treiben und die Inflation anheizen. Gleichzeitig zeigt Selenskyjs scharfe Wortwahl, dass die Geduld Kiews mit den europäischen Partnern schwindet. Die Formulierung „Russland wird sich mit Terror bedanken“ ist eine bewusste Zuspitzung: Sie stellt die wirtschaftliche Vernunft Deutschlands moralisch in Frage und appelliert an die historische Verantwortung Berlins.

Ökonomisch betrachtet handelt es sich um ein klassisches Dilemma zwischen kurzfristiger Preisstabilität und langfristiger Sicherheitspolitik. Solange die globalen Raffineriekapazitäten knapp sind und die Nachfrage nach Diesel hoch bleibt, werden Umgehungsgeschäfte profitabel bleiben. Experten schätzen, dass die indirekten Exporte russischer Ölprodukte nach Europa im Jahr 2025 sogar zugenommen haben, obwohl die Gesamtmenge russischer Rohölexporte zurückging. Dies deutet darauf hin, dass die Sanktionen zwar die Einnahmen Moskaus schmälern, aber nicht vollständig unterbinden. Für die Ukraine bedeutet jeder weitere Monat mit indirekten Dieselkäufen eine Verlängerung des Leids. Selenskyj fordert daher nicht nur ein vollständiges Embargo, sondern auch ein Nachweisverfahren, das die Herkunft jedes Fasses Diesel lückenlos zurückverfolgt.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf dem Liveblog-Eintrag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der am 10. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Weiterhin wurden Berichte internationaler Nachrichtenagenturen wie Reuters, dpa und Bloomberg zu indirekten russischen Dieselimporten nach Deutschland ausgewertet. Daten zu Sanktionslücken stammen aus Analysen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) sowie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Die Aussagen der deutschen Regierung basieren auf nicht namentlich genannten Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums, wie sie von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert wurden.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.