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Zwei Milliarden Sterne kartiert: Supercomputer in Deutschland verarbeitet Gaia-Daten

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-11

Die ESA-Mission Gaia hat rund zwei Milliarden Sterne der Milchstraße erfasst. Ein deutscher Supercomputer ermöglicht die Analyse der gigantischen Datenmenge, die neue Einblicke in die Struktur unserer Galaxie liefert.

**Lead**

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat mit der Gaia-Mission eine der genauesten Karten unserer Milchstraße erstellt – rund zwei Milliarden Sterne wurden bislang erfasst. Die gewaltigen Datenmengen, die dabei anfallen, werden von einem der leistungsfähigsten Supercomputer Europas verarbeitet, der in Deutschland steht. Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München betreibt die Anlage, die eine zentrale Rolle bei der Auswertung der Gaia-Daten spielt. Ohne diese Rechenkapazität wäre die Analyse der Sternpositionen, Helligkeiten und Bewegungen in dieser Präzision nicht möglich.

**Contexto**

Die Gaia-Mission startete 2013 und hat seitdem kontinuierlich den Himmel abgetastet. Ziel ist es, eine dreidimensionale Karte von mehr als einer Milliarde Sternen zu erstellen – ein Unterfangen, das die Astronomie revolutioniert. Die dritte Datenveröffentlichung (DR3) von Gaia umfasst rund 1,8 Milliarden Sterne, wobei die Gesamtzahl mit jeder weiteren Veröffentlichung steigt. Die Rohdaten werden von der ESA in einem speziellen Datenzentrum in Frankreich vorverarbeitet, doch die eigentliche wissenschaftliche Analyse erfolgt unter anderem am LRZ in Garching. Der dortige Supercomputer, genannt SuperMUC-NG, gehört zu den schnellsten in Europa und kann Billionen von Berechnungen pro Sekunde durchführen.

Die Verarbeitung der Gaia-Daten ist eine der größten Herausforderungen der modernen Astrophysik: Jeder einzelne Stern wird über Hunderte von Messungen hinweg beobachtet, und die daraus resultierenden Rohdaten summieren sich auf mehrere Petabyte. Deutscher Rechnerknoten – wie das LRZ – ermöglichen es, aus diesen riesigen Datensätzen Kataloge mit präzisen Sternbahnen, Parallaxen und Farben zu erstellen. Die Genauigkeit reicht bis zu einer Winkelmessung von weniger als einer Millibogensekunde, vergleichbar mit der Dicke eines Haares aus tausend Kilometern Entfernung.

Die Kooperation zwischen der ESA, dem Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg und dem LRZ zeigt, wie Deutschland sich als Standort für datenintensive Wissenschaft etabliert hat. Finanziert wird der Betrieb von SuperMUC-NG zum Teil durch die Bayerische Akademie der Wissenschaften und das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Rechenzeit wird nicht nur für Gaia genutzt, sondern auch für andere Projekte der Astrophysik, Klimaforschung und Materialwissenschaften.

**Analise**

Die Kombination aus Milliarden von Sternen und einem Hochleistungsrechner eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Astronomie. Mit den Gaia-Daten können Wissenschaftler die Verteilung der Sterne in der Milchstraße bis in die äußersten Regionen verfolgen, die Dynamik von Sternhaufen modellieren und sogar die Masse unserer Galaxie abschätzen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Suche nach Exoplaneten und der Untersuchung der Dunklen Materie. Die präzisen Bewegungsdaten erlauben es, die Gravitationswirkung unsichtbarer Massen zu kartieren, was neue Einschränkungen für Modelle der Dunklen Materie liefert.

Darüber hinaus zeigt dieser Erfolg, wie Grundlagenforschung von leistungsfähiger Datenverarbeitung profitiert. Deutschland investiert seit Jahren in Rechenzentren und Kompetenzen im Bereich Big Data. Projekte wie Gaia sind ein Paradebeispiel dafür, dass Wissenschaft nicht nur teure Satelliten, sondern auch hochmoderne Infrastruktur am Boden benötigt. Der Supercomputer in Garching wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut; der Nachfolger SuperMUC-NG 2 soll noch mehr Rechenleistung bieten. Damit bleibt Deutschland in der Lage, auch zukünftige Missionen wie Euclid oder PLATO zu unterstützen.

**Fontes**

- ESA: Gaia-Mission (https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Gaia) - Leibniz-Rechenzentrum: SuperMUC-NG (https://www.lrz.de) - Max-Planck-Institut für Astronomie: Gaia Data Processing (https://www.mpia.de) - Bundesministerium für Bildung und Forschung: Forschung an Supercomputern (https://www.bmbf.de)

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.