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Özdemir warnt Berliner Grüne: „Auf einem solchen Bündnis liegt kein Segen“ – Technologiepolitische Kehrtwende?

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-17

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat die Berliner Grünen vor einem geplanten Bündnis in der Technologiepolitik gewarnt. Seine Aussage sorgt für Diskussionen über die künftige Digitalstrategie der Hauptstadt.

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Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat die Berliner Landesverbände seiner Partei eindringlich vor einem geplanten technologiepolitischen Bündnis gewarnt. In einer aktuellen Stellungnahme, die im Rahmen des „Deutschland Liveblog“ verbreitet wurde, sagte Özdemir wörtlich: „Auf einem solchen Bündnis liegt kein Segen.“ Die Äußerung fällt in eine Phase intensiver Koalitionsverhandlungen in Berlin, bei denen es um die künftige Ausrichtung der Digital- und Technologiepolitik der Hauptstadt geht.

**Contexto**

Hintergrund der Warnung ist ein von den Berliner Grünen vorgeschlagenes Bündnis mit mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen und Technologieunternehmen. Ziel des Bündnisses soll es sein, die Digitalisierung in Berlin stärker an sozialen und ökologischen Kriterien auszurichten. Konkret geht es um die Förderung von Open-Source-Infrastruktur, den Ausbau öffentlicher WLAN-Netze und die Regulierung von Künstlicher Intelligenz im öffentlichen Raum. Die Berliner Grünen hatten das Bündnis als „Zukunftsallianz für eine nachhaltige Digitalisierung“ angekündigt.

Özdemir, der dem linken Flügel der Grünen zugerechnet wird, äußerte jedoch erhebliche Bedenken. In seiner Stellungnahme warnte er davor, dass ein solches Bündnis die parteiinternen Grundsätze der Technologiepolitik untergraben könnte. Er verwies auf die Gefahr einer zu starken Abhängigkeit von privaten Technologiekonzernen, selbst wenn diese sich zu Nachhaltigkeitszielen bekennen. „Ein Bündnis, das nicht klar zwischen öffentlichem Interesse und kommerziellen Partikularinteressen trennt, kann keinen Segen erhalten“, so Özdemir weiter.

Die Berliner Grünen reagierten verhalten auf die Kritik aus den eigenen Reihen. Fraktionschefin Bettina Jarasch betonte, dass man die Bedenken ernst nehme, aber an dem Bündnis festhalten wolle. „Wir brauchen Partner aus der Wirtschaft, um die digitale Infrastruktur der Stadt zukunftsfähig zu machen“, erklärte Jarasch in einer ersten Reaktion. Die Debatte zeigt die tiefe Spaltung innerhalb der Grünen zwischen Realpolitikern, die auf Kooperation mit der Tech-Branche setzen, und Fundamentalisten, die eine strikte öffentliche Kontrolle fordern.

**Analise**

Die Warnung Özdemirs kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Berlin hat sich in den vergangenen Jahren als einer der führenden Technologiestandorte Europas etabliert, insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Fintech und CleanTech. Gleichzeitig kämpft die Stadt mit erheblichen digitalen Defiziten in der Verwaltung und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ein technologiepolitisches Bündnis könnte hier Abhilfe schaffen, birgt aber auch Risiken: Die enge Verflechtung von öffentlicher Hand und privaten Tech-Konzernen könnte zu Abhängigkeiten führen, die langfristig die digitale Souveränität Berlins gefährden.

Die Aussage Özdemirs ist auch vor dem Hintergrund der bundespolitischen Diskussion um die Digitalstrategie der Ampelkoalition zu sehen. Der Minister selbst hat sich mehrfach für eine stärkere Regulierung von Plattformen und eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung ausgesprochen. Sein Veto gegen das Berliner Bündnis könnte als Signal an die gesamte Partei verstanden werden, dass technologiepolitische Kompromisse mit der Wirtschaft nur unter strengen Auflagen akzeptabel sind.

Für die Berliner Technologiebranche bedeutet die Kontroverse vorerst Unsicherheit. Viele Start-ups und Mittelständler hatten auf das Bündnis gehofft, um einfacheren Zugang zu öffentlichen Aufträgen und Förderprogrammen zu erhalten. Sollte das Bündnis scheitern, droht ein Stillstand bei wichtigen Digitalisierungsprojekten wie dem flächendeckenden Glasfaserausbau oder der Einführung einer einheitlichen digitalen Verwaltungsplattform. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Berliner Grünen an ihrem Kurs festhalten oder sich der Kritik aus der Bundesebene beugen.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf der veröffentlichten Stellungnahme von Cem Özdemir im Rahmen des „Deutschland Liveblog“ sowie auf öffentlichen Äußerungen der Berliner Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch. Weitere Hintergrundinformationen stammen aus Berichten zur Digitalstrategie des Landes Berlin und zur technologiepolitischen Ausrichtung der Grünen auf Bundesebene.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.