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Nationalmannschaft: Wirtz, Kimmich und das Teufelsrad – Die neue Herausforderung für Deutschland

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-02

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht vor einem taktischen Wendepunkt. Florian Wirtz und Joshua Kimmich symbolisieren zwei Generationen, während das „Teufelsrad“ aus Personalkarussell und Systemfragen die Mannschaft umtreibt.

**Lead**

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft befindet sich in einer Phase der Neuorientierung. Im Zentrum der Diskussionen stehen die beiden Mittelfeldspieler Florian Wirtz und Joshua Kimmich – und das sogenannte „Teufelsrad“, ein Begriff, der in der jüngeren Berichterstattung für die immer wiederkehrenden taktischen Debatten und personellen Rotationen steht. Nach der enttäuschenden Heim-EM und dem Beginn der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 muss Bundestrainer Julian Nagelsmann eine Antwort auf die Frage finden, wie die Balance zwischen junger Kreativität und erfahrener Führung gelingen kann. Wirtz, erst 22 Jahre alt, und Kimmich, mittlerweile 30, stehen dabei stellvertretend für ein Spannungsfeld, das die Mannschaft seit Monaten beschäftigt.

**Context**

Die letzten Länderspiele haben gezeigt, dass die deutsche Elf unter Nagelsmann zwar spielerische Fortschritte macht, aber noch nicht die erhoffte Stabilität erreicht hat. Insbesondere die Position im zentralen Mittelfeld sorgt für Diskussionen. Kimmich, der lange Zeit als Rechtsverteidiger oder Sechser eingesetzt wurde, sieht sich selbst auf der Sechser-Position am wohlsten. Nagelsmann experimentierte jedoch mit verschiedenen Konstellationen, darunter Doppel-Sechs mit Robert Andrich oder Pascal Groß. Gleichzeitig drängt Florian Wirtz auf die offensive Zentrale. Der Leverkusener Star, der beim Double-Gewinn 2024 eine Schlüsselrolle spielte, gilt als der kreative Kopf der neuen Generation. Seine Fähigkeit, aus der Halbposition Tore vorzubereiten und selbst zu erzielen, macht ihn nahezu unverzichtbar.

Das „Teufelsrad“ beschreibt die Situation, dass jede Entscheidung für einen Spieler automatisch eine andere Frage aufwirft. Setzt Nagelsmann auf Kimmich als alleinigen Sechser, muss die defensive Absicherung durch die Außenverteidiger und Innenverteidiger kommen. Wird Wirtz als Zehner aufgestellt, fehlt möglicherweise die defensive Stabilität im Mittelfeld. Die taktischen Varianten – 4-2-3-1, 4-3-3 oder 3-4-3 – wurden in den letzten Testspielen durchgespielt, ohne dass sich eine klare Stammformation herauskristallisiert hat. Dazu kommt die Verletzungssituation: Ilkay Gündogan hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, Leon Goretzka kämpft um seinen Platz. So entsteht ein Kreislauf aus Umstellungen, der die Eingespieltheit beeinträchtigt.

**Analyse**

Die Personalie Kimmich ist dabei besonders brisant. Der Bayern-Profi ist nicht nur sportlich eine Säule, sondern auch eine Führungsfigur. Seine öffentliche Forderung nach einer klaren Position – dem defensiven Mittelfeld – hat die Debatte befeuert. Nagelsmann steht vor der Herausforderung, Kimmichs Erfahrung und taktische Intelligenz zu nutzen, ohne die Entwicklung von Talenten wie Wirtz oder Aleksandar Pavlovic zu bremsen. Wirtz hingegen verkörpert die neue Leichtigkeit im deutschen Spiel. Seine Dribbelstärke und sein Passspiel erinnern an die besten Zeiten der deutschen Offensive. Doch ohne eine stabile Basis im Mittelfeld riskiert das Team, in schnellen Umschaltmomenten der Gegner unterzugehen.

Das „Teufelsrad“ könnte sich drehen, wenn Nagelsmann eine nachhaltige Lösung findet. Denkbar ist eine flexible Grundordnung, bei der Wirtz offensiv agiert und Kimmich als eine Art Staubsauger vor der Abwehr fungiert. Dafür müssten die Außenbahnen und die Innenverteidigung jedoch hochkonzentriert arbeiten. Die Länderspiele gegen Top-Nationen wie Frankreich und Spanien haben gezeigt, dass die Mannschaft gegen spielstarke Gegner noch anfällig ist. Die Frage ist, ob der Bundestrainer die Geduld aufbringt, eine Achse um Wirtz und Kimmich aufzubauen – oder ob er weiter rotiert. Die kommenden Qualifikationsspiele zur WM 2026 werden richtungweisend sein.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Aussagen von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Pressekonferenzen und Interviews nach Länderspielen, sowie auf Berichterstattung von renommierten Sportmedien wie dem Kicker, der Süddeutschen Zeitung und der FAZ. Spielerstatistiken und taktische Analysen wurden aus dem öffentlichen Bereich der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und Spielberichten des DFB entnommen. Es wurden keine exklusiven oder nicht verifizierten Quellen verwendet. Die Darstellung des „Teufelsrads“ als Metapher folgt der journalistischen Einordnung der aktuellen Diskussion um die Nationalmannschaft.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.