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Der österreichische Plagiatsexperte Stefan Weber, international bekannt für seine Recherchen zu akademischen Täuschungen, sieht sich nach einer Einladung zu einer Konferenz an einer deutschen Universität massiven Angriffen der Alternative für Deutschland (AfD) ausgesetzt. Der Konflikt, der zunächst auf sozialen Netzwerken ausgetragen wurde, hat mittlerweile rechtliche und politische Dimensionen angenommen. Weber wirft der Partei Diffamierung und versuchte Einschüchterung vor, während die AfD von einer „politisch motivierten Kampagne“ spricht.
**Contexto**
Stefan Weber, der in Österreich und Deutschland insbesondere durch die Überprüfung von Doktorarbeiten von Politikern bekannt wurde, hatte eine Einladung der Universität Passau zu einem Symposium über „Wissenschaftsintegrität und politische Verantwortung“ angenommen. Die Veranstaltung, die für November 2026 geplant ist, sollte sich mit ethischen Standards in der akademischen Forschung und deren Missbrauch in der Politik beschäftigen. Weber war als einer der Hauptredner vorgesehen.
Noch vor der offiziellen Ankündigung des Symposiums verbreitete sich in AfD-nahen Kreisen die Nachricht, dass Weber dort auftreten werde. Kurz darauf starteten mehrere Landesverbände der Partei eine koordinierte Kampagne gegen den Plagiatsjäger. In sozialen Medien wurde Weber als „Linksaktivist“ und „Berufsdenunziant“ bezeichnet. Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag forderte die Universität auf, die Einladung zurückzuziehen, da Weber nicht wissenschaftlich, sondern politisch motiviert arbeite.
Weber, der in der Vergangenheit unter anderem die Doktorarbeiten von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) unter die Lupe genommen hatte, betont stets, ausschließlich nach wissenschaftlichen Methoden zu handeln. Seine Überprüfungen haben mehrfach zur Aberkennung von Doktortiteln geführt, darunter auch bei Politikern aller großen Parteien. Die AfD selbst war bereits mehrfach Ziel von Plagiatsvorwürfen, unter anderem gegen den Bundestagsabgeordneten Petr Bystron, dessen Doktorarbeit von Weber als nicht eigenständig kritisiert wurde.
**Analise**
Der Konflikt zwischen Weber und der AfD ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Musters. Die Partei, die sich selbst als Opfer eines „staatlich gelenkten Meinungskartells“ sieht, reagiert besonders empfindlich auf akademische Kritik. Die Einladung zu einer wissenschaftlichen Konferenz wird von ihr als politische Provokation gedeutet, da Weber aus ihrer Sicht vornehmlich gegen rechts gerichtete Plagiatsfälle verfolgt. Tatsächlich hat Weber aber auch linke Politiker überprüft – seine bekanntesten Fälle sind jedoch tatsächlich häufiger aus dem konservativen und rechtspopulistischen Lager, was mit der Häufigkeit von Plagiatsvorwürfen in diesen Kreisen zusammenhängen mag.
Die Universität Passau hat sich bisher nicht von der Einladung distanziert. Der Präsident der Hochschule betonte in einer internen Mitteilung, dass die akademische Freiheit die Einladung unabhängiger Experten erlaube. Die AfD kündigte daraufhin an, das Symposium juristisch zu prüfen. Für Weber ist dies nicht die erste juristische Auseinandersetzung: Er wurde bereits mehrfach verklagt, darunter von AfD-Politikern, und gewann die meisten Verfahren.
Die Bedeutung des Falles reicht über die persönliche Auseinandersetzung hinaus. Sie zeigt die zunehmende Polarisierung der deutschen Wissenschaftslandschaft und den Versuch politischer Akteure, die wissenschaftliche Diskussion zu kontrollieren. Gerade im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 zeichnet sich ab, dass Themen wie Wissenschaftsintegridät und politische Einflussnahme zu zentralen Wahlkampfthemen werden.
**Fontes**
Die Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, darunter Pressemitteilungen der Universität Passau, Stellungnahmen der AfD-Landtagsfraktion Bayern, Interviews und Blogbeiträge von Stefan Weber sowie Berichte deutscher Medien wie Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung und Tagesspiegel. Aufgrund der Aktualität des Themas wurde auf genaue Datumsangaben in Zitaten verzichtet, um Spekulationen zu vermeiden.
Por Renan Filho · 2026-10-27