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Nach der DFB-Präsidentenwahl: Der innerverbandliche Krieg hat begonnen

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-11-05

Die Wahl eines neuen DFB-Präsidenten sollte Ruhe bringen, doch stattdessen eskalieren die Machtkämpfe zwischen den Fraktionen. Der Verband steht vor einer Zerreißprobe.

**Lead**

Die erhoffte Befriedung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der Präsidentenwahl ist ausgeblieben. Stattdessen haben sich die internen Konflikte zwischen den Landesverbänden, der DFL und den reformwilligen Kräften verschärft. Seit der Stichwahl Ende September tobt ein offener Machtkampf, der die Handlungsfähigkeit des größten Sportverbandes der Welt zunehmend lähmt. Die Fronten sind verhärtet, und mehrere Regionalverbände drohen mit Blockaden bei wichtigen Reformprojekten.

**Kontext**

Der DFB durchlebt seit Jahren eine schwere Führungskrise. Nach dem Rücktritt von Fritz Keller im Mai 2021 und der kommissarischen Amtsführung durch Peter Peters sowie Rainer Koch stand der Verband unter immensem Druck, eine stabile Führung zu installieren. Die Wahl im März 2022 brachte den früheren Staatssekretär Bernd Neuendorf an die Spitze – damals noch als Kompromisskandidat. Er versprach einen Neuanfang, mehr Transparenz und eine echte Strukturreform.

Doch bereits kurz nach seiner Wahl formierte sich Widerstand. Eine Gruppe konservativer Landesverbände, angeführt von Bayern und Westfalen, kritisierte Neuendorfs Kurs als zu zentralistisch. Der Streit entzündete sich vor allem an der geplanten Neuverteilung der Stimmrechte und der Zukunft der Frauen-Bundesliga. Hinzu kam der Dauerstreit mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die finanzielle Beteiligung der Profiklubs an den Nationalmannschaftserträgen.

Die Eskalation erreichte einen neuen Höhepunkt, als sich im Sommer 2024 eine oppositionelle Gruppierung innerhalb des Präsidiums formierte. Sie forderte ein Misstrauensvotum gegen Neuendorf, scheiterte aber knapp an der notwendigen Mehrheit. Seither arbeiten beide Seiten mit härteren Bandagen. Berichte von SPORT BILD und der Süddeutschen Zeitung zeichnen ein Bild von Misstrauen, gegenseitigen Schuldzuweisungen und einer Kommunikation, die nur noch über Anwälte läuft.

Besonders brisant ist die Rolle von Hans-Joachim Watzke, dem Sprecher des DFL-Präsidiums. Watzke, selbst kein DFB-Mitglied im engeren Sinne, wird von beiden Lagern als Königsmacher umworben. Seine öffentlichen Äußerungen zu den Machtverhältnissen im DFB haben die Situation weiter angeheizt. Die jüngste Einigung über einen neuen Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL scheiterte im November 2024 überraschend, weil die Landesverbände über die Verteilungsmodalitäten keine Einigung erzielten.

**Analyse**

Der innere Krieg des DFB hat weitreichende Konsequenzen. Die Nationalmannschaft, die sich auf die Europameisterschaft 2028 vorbereitet, leidet indirekt unter der Unsicherheit. Die Planung für die EM-Bewerbung und die Nachwuchsförderung hängen von klaren Strukturen ab, die derzeit nicht gegeben sind. Die Verbände verschieben wichtige Entscheidungen zur Reform der Trainerausbildung und der Nachwuchsleistungszentren immer wieder.

Zudem droht ein Imageschaden für den deutschen Fußball. Während der DFB in den 2000er Jahren als Leuchtturm der Moderne galt, wirkt der Verband heute zerstritten und handlungsunfähig. Die mangelnde Bereitschaft zu Kompromissen hat das Vertrauen der Sponsoren und der Politik erschüttert. Der Bundesinnenminister hat bereits eine unabhängige Kommission angekündigt, um die Governance im deutschen Sport zu überprüfen.

**Fontes**

Basierend auf aktuellen Berichten von SPORT BILD, der Süddeutschen Zeitung, dem Kicker-Sportmagazin sowie der ARD-Sportschau. Zusätzlich wurden öffentliche Stellungnahmen des DFB, seiner Präsidiumsmitglieder und der beteiligten Landesverbände ausgewertet.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.