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Nach den Midterms: Trumps Weltsicht bleibt unerschütterlich

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-11-04

Auch nach den Zwischenwahlen in den USA zeigt sich: Donald Trumps außenpolitische Vision von nationaler Souveränität und Skepsis gegenüber multilateralen Bündnissen wird weiterhin die republikanische Agenda prägen – unabhängig vom Wahlausgang.

**Lead**

Die Midterm-Wahlen in den Vereinigten Staaten haben kein eindeutiges Votum gegen Donald Trumps Weltbild gebracht. Im Gegenteil: Sowohl die Erfolge als auch die Niederlagen der von ihm unterstützten Kandidaten deuten darauf hin, dass seine „America First“-Philosophie in der Republikanischen Partei tief verwurzelt bleibt. Für Deutschland und Europa bedeutet dies, dass sich die transatlantischen Beziehungen auch in den kommenden Jahren nicht grundlegend entspannen werden – unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt.

**Contexto**

Die Midterms 2026 fanden vor dem Hintergrund einer polarisierten Nation statt. Trumps Einfluss auf die Basis der Republikaner ist nach wie vor enorm. Zahlreiche Kandidaten, die sich auf seine Unterstützung beriefen, gewannen ihre Rennen, während andere, die sich von ihm distanzierten, Verluste hinnehmen mussten. Dieses Muster bestätigt, dass die Kernwählerschaft der Partei weiterhin Trumps harte Linie in Fragen der Einwanderung, des Handels und der Außenpolitik befürwortet.

Seit seinem Amtsantritt 2017 hat Trump unmissverständlich klar gemacht, dass er multilaterale Abkommen skeptisch gegenübersteht. Er zog die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zurück, kündigte das Iran-Atomabkommen und belastete die Beziehungen zu traditionellen Verbündeten mit Strafzöllen. Auch während seiner Präsidentschaft nach 2020 – ob real oder angestrebt – hat er immer wieder signalisiert, dass er die Nato infrage stellen würde, wenn Europa nicht mehr in seine eigene Verteidigung investiert.

Diese Haltung wird sich auch nach den Midterms nicht ändern. Selbst wenn die Demokraten ihre Mehrheit im Senat oder Repräsentantenhaus verteidigt haben sollten, bleibt Trump für die Republikaner der zentrale Wegweiser. Seine Weltsicht basiert auf dem Grundsatz, dass nationale Interessen über internationalen Verpflichtungen stehen – eine Position, die in weiten Teilen der Partei Zustimmung findet.

**Analise**

Für Deutschland und die EU hat diese Beständigkeit weitreichende Konsequenzen. Erste Analysen zeigen, dass die transatlantische Kooperation in Sicherheitsfragen weiterhin unter Druck stehen wird. Trump hat mehrmals angedeutet, dass er die Nato nur dann unterstützen will, wenn die europäischen Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen. Deutschlands zögerliche Haltung in dieser Frage könnte zu erneuten Spannungen führen.

Auch in der Handelspolitik wird sich der Ton voraussichtlich nicht abschwächen. Die von Trump eingeführten Strafzölle auf Stahl und Aluminium wurden von der Biden-Administration zwar teilweise aufgehoben, doch die republikanische Basis fordert eine Rückkehr zu protektionistischen Maßnahmen. Ein von Trump geprägter Kongress oder ein erneuter Präsidentschaftswahlkampf könnten dazu führen, dass die EU wieder mit neuen Zöllen rechnen muss.

Darüber hinaus hat die Midterms gezeigt, dass die von Trump propagierte Skepsis gegenüber dem Klimaschutz weiterhin Wähler mobilisiert. Während Europa auf den Green Deal setzt, wird in republikanischen Kreisen die Ablehnung von CO₂-Bepreisung und internationalen Klimaabkommen lauter. Dies könnte internationale Klimakonferenzen erschweren und die globale Zusammenarbeit beim Umweltschutz behindern.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haltung gegenüber Russland und China. Trump hat stets eine eher konfrontative Linie gegenüber Peking gefahren, aber gleichzeitig eine gewisse Bewunderung für autoritäre Führer wie Wladimir Putin gezeigt. Nach den Midterms dürfte die republikanische Basis weiterhin auf eine harte Linie gegenüber China drängen, während die Unterstützung für die Ukraine möglicherweise an Bedingungen geknüpft wird – insbesondere, wenn Trump 2028 erneut kandidiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Midterms haben Trumps Weltsicht nicht verändert. Sie haben sie vielmehr bestätigt. Die USA bleiben, unabhängig von kurzfristigen Mehrheitsverhältnissen, ein unsicherer Partner für Europa. Deutschland muss sich darauf einstellen, dass die transatlantischen Beziehungen auch in den kommenden Jahren von Misstrauen und nationalen Egoismen geprägt sein werden – solange Trumps Geist die Republikanische Partei beherrscht.

**Fontes**

Die Analyse basiert auf Berichten der Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters zu den Midterm-Wahlen, Aussagen von Donald Trump in Interviews und bei Wahlkampfauftritten, sowie öffentlich zugänglichen Stellungnahmen der Republikanischen Partei. Historische Bezüge stützen sich auf offizielle Dokumente wie Handelsbilanzdaten des US-Handelsministeriums und NATO-Verteidigungsausgabenberichte.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.