FORTIS
← FORTIS
Politica

Merz ist noch schlechter dran als Söder: Eine politische Standortbestimmung

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-11-06

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass CDU-Chef Friedrich Merz im Vergleich zu CSU-Chef Markus Söder mit größeren politischen Herausforderungen kämpft – innerparteilich wie strategisch.

**Lead**

Die politische Landschaft in Deutschland erlebt eine neue Zuspitzung: Während Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns und CSU-Vorsitzender, weiterhin als schlagkräftiger Akteur in der Union gilt, gerät Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, zunehmend unter Druck. Politische Beobachter in Berlin und München zeichnen ein Bild, in dem Merz in einer noch schwierigeren Lage steckt als sein bayerischer Kontrahent. Die Ursachen reichen von innerparteilichen Flügelkämpfen über strategische Fehler bis hin zu einer schwindenden Rückendeckung in der eigenen Fraktion.

**Contexto**

Friedrich Merz übernahm im Januar 2022 den Vorsitz der CDU mit dem Versprechen, die Partei nach den Verlusten der Ära Merkel zu erneuern und konservativer zu profilieren. Markus Söder hingegen führt die CSU bereits seit 2019 und hat sich in Bayern als unangefochtener Landesvater etabliert. Beide Politiker stehen vor der Herausforderung, die Union als Ganzes für die nächste Bundestagswahl zu positionieren. Doch während Söder auf eine stabile bayerische Basis und hohe Umfragewerte in seinem Bundesland bauen kann, sieht sich Merz mit einer zersplitterten CDU konfrontiert. Die Landtagswahlen in Hessen und Bayern im Herbst 2023 sowie die Europawahl 2024 haben gezeigt, dass die Union zwar insgesamt zulegen konnte, aber die CDU unter Merz nicht die erhoffte Dynamik entfaltet. In der politischen Diskussion wird zunehmend deutlich, dass Merz es schwerer hat, die verschiedenen Strömungen seiner Partei zu einen. Die CSU unter Söder agiert geschlossener und kann sich auf ein klares konservatives Profil stützen, während die CDU zwischen Wirtschaftsliberalen, Sozialflügel und konservativen Kräften laviert.

Ein weiterer Faktor ist die Kanzlerkandidatur. Söder hatte sich bereits 2021 um die Kanzlerkandidatur beworben, unterlag jedoch Armin Laschet. Seither hat er seine Position innerhalb der Union gestärkt. Merz hingegen hat sich bisher nicht offiziell als Kanzlerkandidat positioniert, doch die Spekulationen darüber belasten seine Führungsrolle. In Medienberichten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Merz in der Bevölkerung weniger populär ist als Söder. Während Söder in Umfragen zur Kanzlerpräferenz regelmäßig vorne liegt, rangiert Merz oft hinter anderen Unionspolitikern. Diese Diskrepanz schwächt seine Verhandlungsposition innerhalb der Union und gegenüber möglichen Koalitionspartnern.

**Analise**

Die schlechtere Position von Merz gegenüber Söder hat mehrere Dimensionen. Erstens die innerparteiliche Geschlossenheit: Die CSU ist eine homogene Partei mit klaren Strukturen, während die CDU ein breites Spektrum abdeckt. Merz muss ständig Kompromisse zwischen den Flügeln aushandeln, was seine Handlungsfähigkeit einschränkt. Söder kann dagegen aus einer Position der Stärke heraus agieren. Zweitens die strategische Ausrichtung: Merz setzt auf eine wirtschaftsliberale und konservative Wende, die jedoch in Teilen der CDU auf Widerstand stößt. Söder hat mit der CSU ein klares Profil, das in Bayern fest verankert ist. Drittens die öffentliche Wahrnehmung: Söder gilt als erfahrener Regierungschef, der in Krisen wie der Corona-Pandemie Führungsstärke gezeigt hat. Merz hingegen wird oft als Oppositionspolitiker wahrgenommen, der noch keine Regierungsverantwortung auf Bundesebene getragen hat. Dies schmälert seine Glaubwürdigkeit als potenzieller Kanzler.

Die Konsequenzen dieser Schieflage sind bereits sichtbar. In der Unionsfraktion mehren sich Stimmen, die eine stärkere Rolle Söders bei der inhaltlichen Ausrichtung fordern. Merz muss sich zunehmend gegen interne Kritik behaupten. Sollte die CDU bei der nächsten Bundestagswahl nicht deutlich zulegen, könnte Merz‘ Position als Parteivorsitzender infrage gestellt werden. Söder hingegen hat sich durch die erfolgreiche Landtagswahl in Bayern 2023 und die stabile CSU-Basis eine starke Ausgangsposition geschaffen. Politische Analysten weisen darauf hin, dass die Union ohne eine klare Führungsfigur und ein geschlossenes Auftreten Gefahr läuft, weiter an Boden zu verlieren – insbesondere gegenüber der AfD und den Grünen.

**Fontes**

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf öffentlich zugänglichen politischen Analysen und Berichten deutscher Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zudem wurden Aussagen von politischen Beobachtern und Kommentatoren aus dem Umfeld der Unionsparteien herangezogen, die in den letzten Monaten in verschiedenen Publikationen zitiert wurden. Die genannten Umfragewerte und politischen Einschätzungen sind allgemein bekannt und wurden nicht durch eigene Erhebungen des FORTIS NEWS ermittelt.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.