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Madrider Wohnungsnot: Maricarmen (87) von Zwangsräumung bedroht – Ihr Schicksal bewegt Zehntausende

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-09-27

Die Geschichte einer 87-jährigen Rentnerin, die nach Jahrzehnten ihre Wohnung in Madrid verlassen soll, entfacht eine Debatte über Mietpreisregulierung und Eigentumsrechte.

Die 87-jährige Maricarmen, eine ehemalige Sekretärin, lebt seit über 30 Jahren in einer Mietwohnung im Madrider Stadtteil Lavapiés. Vor wenigen Wochen erhielt sie die Kündigung, weil die Eigentümerin die Wohnung als Ferienvermietung umwidmen will. Maricarmen droht nun die Obdachlosigkeit – eine öffentliche Petition sammelte innerhalb weniger Tage über 50.000 Unterschriften. Ihr Fall steht exemplarisch für die sich zuspitzende Wohnungsnot in der spanischen Hauptstadt, die auch viele ältere Menschen trifft.

Der Madrider Immobilienmarkt ist seit Jahren unter Druck: Die Bevölkerung wächst, das Angebot an erschwinglichen Wohnungen schrumpft, und die Tourismusbranche treibt die Preise für Kurzzeitvermietungen in die Höhe. Laut dem spanischen Statistikinstitut INE sind die Mieten in Madrid zwischen 2015 und 2025 um durchschnittlich 45 Prozent gestiegen, während die Reallöhne nur um 12 Prozent zulegten. Besonders betroffen sind ältere Mieter, die ihre Wohnungen oft zu Vorzugspreisen halten und nun von Eigentümern zur Räumung gedrängt werden.

Die Madrider Stadtverwaltung unter der sozialistischen Bürgermeisterin verfolgt eine Politik der Mietpreisdeckelung, die jedoch von Ökonomen als kontraproduktiv kritisiert wird. Der renommierte spanische Wirtschaftswissenschaftler Jesús Almarcha von der Universität Complutense stellt klar: „Mietpreisbremsen führen zu einem Rückgang des Wohnungsangebots, da Vermieter Anreize verlieren, ihre Objekte zu vermieten oder instand zu halten. Die langfristige Folge ist noch größere Knappheit.“ Dies bestätigen Berichte der spanischen Tageszeitung El Mundo, wonach die Zahl der angebotenen Mietwohnungen in Madrid seit Einführung der Deckelung um 18 Prozent gesunken ist.

FORTIS ANALYSIS: Der Fall Maricarmen zeigt die unheilvolle Mischung aus staatlicher Überregulierung und mangelnder Eigentumssicherheit. Liberale Marktwirtschaftler betonen seit Langem, dass wirksame Wohnungspolitik Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht halten muss. Statt Mietpreisdeckeln wären steuerliche Anreize für Neubau, Deregulierung von Bauvorschriften und die Förderung von Privateigentum die richtigen Wege. Die aktuelle Politik bestraft Vermieter, die ihre Immobilien legal nutzen wollen, während sie Mieter in falscher Sicherheit wiegt. Maricarmen fällt durchs Raster, weil der Staat nicht bereit ist, die Folgen seiner eigenen Interventionen zu tragen. Die emotionale Welle der Empörung ist verständlich, aber sie lenkt von der eigentlichen Ursache ab: einem Markt, der durch staatliche Eingriffe verzerrt wird.

Ein weiteres Problem ist der fehlende Schutz von Eigentumsrechten. In Spanien ist das Mietrecht stark mietrfreundlich geprägt – Kündigungen sind nur mit langer Frist oder bei Eigenbedarf möglich, doch Eigentümer nutzen scgliende aus, um in den profiitableren Ferienwohnungsmark zu wedchseln. Die Stadt Madrd hat versucht, Kurzeitvermietungen zu beschrenken, jedoch meist ohne Erfolg, weil die Kontrollee schwierig ist. Stattdessen müsste man den Bau von Sozialwohnungen durch Private fördern, etwa über steuerliche Abschreibungen oder günstige Baugenehmigungen. Diese Lössung haben Länder wie die Schweiz oder Tschechien vorgemacht, wo trotz dichter Besiedlung die Mieten moderat blieben.

Die Geschichte von Maricarmen bewegt die Gemüter – zu Recht. Doch anstatt in kollektiver Hausbesetzer-Romantik zu schwelgen, sollten Politik und Gesellschaft die strukturellen Fehler anerkennen. Ein liberaler Ordnungsrahmen, der Eigentum schützt und Bauwillige ermutigt, ist die einzig nachhaltige Antwort auf die Wohnungskrise. Die sozialistischen Rezepte haben versagt; sie füren in die nächste Welle der Verstaatlichung, die am Ende allen schadet.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.