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Internacional

Stubb und Støre sprechen mit Putin – Frederiksen übt scharfe Kritik an Deutschland

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-27

Der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre haben in einem überraschenden Schritt direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen kritisierte derweil die deutsche Haltung im Ukraine-Krieg scharf.

**Lead** In einer diplomatischen Überraschung haben der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Dienstag ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Das Gespräch, das nach Angaben der beiden nordischen Länder auf höchster Ebene stattfand, stand im Zeichen einer möglichen Deeskalation im Ukraine-Krieg. Parallel dazu meldete sich die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit ungewöhnlich harter Kritik an der Bundesregierung zu Wort. Sie warf Deutschland vor, mit seiner zögerlichen Unterstützung für die Ukraine den russischen Expansionismus indirekt zu stärken. Die Ereignisse wurden in einem Liveblog des FORTIS NEWS kontinuierlich dokumentiert.

**Contexto** Der Ukraine-Krieg, der im Februar 2022 begann, hat sich zu einem langwierigen Konflikt entwickelt, der die gesamte Sicherheitsarchitektur Europas erschüttert hat. Die nordischen Länder Finnland und Norwegen, beide NATO-Mitglieder, haben seit der russischen Invasion eine führende Rolle in der militärischen und humanitären Unterstützung der Ukraine gespielt. Finnland trat im April 2023 dem Bündnis bei, Norwegen ist Gründungsmitglied. Beide Länder pflegen jedoch traditionell auch einen pragmatischen Dialog mit Russland, insbesondere in Arktis-Fragen.

Der finnische Präsident Stubb, seit März 2024 im Amt, betonte nach dem Telefonat, dass eine direkte Kommunikation mit Moskau notwendig sei, um humanitäre Korridore und eine mögliche Waffenruhe zu verhandeln. Der norwegische Regierungschef Støre fügte hinzu, dass man Putin die klare Botschaft übermittelt habe, dass eine Fortsetzung des Krieges inakzeptabel sei und zu weiteren Sanktionen führen werde. Die Gespräche seien auf Bitten der Ukraine und westlicher Verbündeter erfolgt, hieß es aus Regierungskreisen.

Die scharfe Kritik von Frederiksen an Deutschland fällt in eine Phase wachsender Spannungen innerhalb der europäischen Allianz. Deutschland, unter Bundeskanzler Olaf Scholz, hat wiederholt eine zurückhaltende Position bei der Lieferung schwerer Waffen wie Taurus-Marschflugkörper eingenommen. Frederiksen, die als eine der entschlossensten Unterstützer der Ukraine gilt, monierte, dass die deutsche Vorsicht die Glaubwürdigkeit des Westens untergrabe und Putin ermutige. Sie sagte sinngemäß, dass jede Verzögerung bei der Unterstützung die Ukraine in eine schwächere Verhandlungsposition bringe. Offizielle Stellungnahmen aus Berlin liegen bislang nicht vor.

**Analise** Die gleichzeitigen Entwicklungen zeigen die Zerrissenheit der europäischen Staats- und Regierungschefs zwischen Diplomatie und Konfrontation. Stubb und Støre wagen einen Schritt, der an die Krisendiplomatie des Kalten Krieges erinnert, als direkte Kontakte zwischen Ost und West als Ventil dienten. Allerdings birgt dieser Alleingang Risiken. Kiew hat wiederholt vor Separatverhandlungen gewarnt, die Russland als Sieg interpretieren könnte. Die Tatsache, dass die skandinavischen Länder ohne öffentliche Abstimmung mit Deutschland handeln, könnte die ohnehin fragilen Beziehungen innerhalb der EU und NATO belasten.

Frederiksens Kritik hingegen offenbart ein tieferliegendes strategisches Problem. Deutschland ist als größte Volkswirtschaft Europas der zentrale Pfeiler der westlichen Militärhilfe. Wenn Berlin als unzuverlässig wahrgenommen wird, können jüngere oder kleinere NATO-Mitglieder verunsichert werden. Gleichzeitig argumentieren deutsche Politiker, dass eine zu aggressive Haltung den Konflikt eskalieren lassen könnte. Die nordischen Länder, die direkt an Russland grenzen, sehen die Gefahr existenzieller. Es ist abzusehen, dass die Diskussion auf dem nächsten EU-Gipfel am 15. November 2026 eine zentrale Rolle spielen wird – möglicherweise mit weitreichenden Folken für die europäische Verteidigungspolitik.

**Fontes** Die Informationen basieren auf offiziellen Pressemitteilungen des finnischen Präsidialamtes, der norwegischen Regierung sowie der dänischen Staatskanzlei. Zudem wurden Berichte internationaler Nachrichtenagenturen wie Reuters, AFP und dpa sowie Analysen des European Council on Foreign Relations (ECFR) herangezogen. Direkte Zitate wurden nicht verwendet, um die Quellenlage nicht zu überschreiten. Die Angaben zu den Telefonaten und Aussagen entstammen den veröffentlichten Zusammenfassungen der beteiligten Regierungen.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.