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Linke-Parteichefs bekräftigen Regierungsanspruch in Berlin – Koalitionsoptionen offen

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-31

Die Vorsitzenden der Partei Die Linke, Janine Wissler und Martin Schirdewan, haben am Samstag auf einem Landesparteitag in Berlin den Anspruch ihrer Partei auf Regierungsbeteiligung nach der Abgeordnetenhauswahl 2026 erneuert. Dabei zeichnen sich mögliche Koalitionsoptionen mit SPD und Grünen ab.

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Die Vorsitzenden der Partei Die Linke, Janine Wissler und Martin Schirdewan, haben am Samstag auf einem Landesparteitag in Berlin den Regierungsanspruch ihrer Partei nachdrücklich bekräftigt. Vor rund 200 Delegierten in der Hauptstadt machten sie deutlich, dass Die Linke nach der Abgeordnetenhauswahl 2026 bereit sei, Verantwortung in einer Landesregierung zu übernehmen. „Berlin braucht eine soziale Wende, und dafür stehen wir bereit“, sagte Wissler in ihrer Rede. Schirdewan ergänzte, dass die Partei mit einem klaren Programm in den Wahlkampf ziehen werde, das bezahlbares Wohnen, eine bessere öffentliche Daseinsvorsorge und eine gerechtere Steuerpolitik in den Mittelpunkt stelle.

**Contexto**

Der Landesparteitag der Berliner Linken fand vor dem Hintergrund einer angespannten politischen Lage in der Hauptstadt statt. Die regierende Koalition aus SPD, Grünen und CDU unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) steht seit Monaten in der Kritik, insbesondere wegen der Wohnungsnot, der maroden Infrastruktur und der angespannten Haushaltslage. Die Linke, die bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2021 mit 14,1 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft wurde, sieht sich als Alternative zu dieser Koalition. In Umfragen zur Wahl 2026 liegt die Partei derzeit zwischen 12 und 15 Prozent, wobei die genauen Werte je nach Institut variieren.

Die Partei hat in den vergangenen Jahren einen internen Erneuerungsprozess durchlaufen, der nach dem Austritt der ehemaligen Vorsitzenden Sahra Wagenknecht und der Gründung des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) im Jahr 2023 notwendig geworden war. Wissler und Schirdewan, die seit 2022 gemeinsam an der Spitze der Partei stehen, haben sich zum Ziel gesetzt, die Linke als linke, aber regierungsfähige Kraft zu positionieren. In Berlin, wo die Partei bereits von 2016 bis 2021 in einer rot-rot-grünen Koalition mitregierte, sehen sie gute Chancen, wieder an die Macht zu kommen.

Mögliche Koalitionsoptionen zeichnen sich vor allem mit SPD und Grünen ab. Eine Neuauflage von Rot-Rot-Grün, die bereits von 2016 bis 2021 unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) regierte, gilt als wahrscheinlichste Konstellation. Allerdings sind auch andere Bündnisse denkbar, etwa eine rot-rote Koalition ohne die Grünen, falls die SPD auf einen linken Partner setzen möchte. Die Linke hat jedoch klargestellt, dass sie nicht mit der CDU koalieren werde, die sie als „Partei der Reichen und der Immobilienspekulanten“ bezeichnet.

**Analise**

Die erneute Bekräftigung des Regierungsanspruchs durch die Linken-Vorsitzenden ist ein strategisch wichtiges Signal, sowohl für die eigene Basis als auch für potenzielle Koalitionspartner. Nach dem Austritt Wagenknechts und der Gründung des BSW hat die Linke einen Teil ihrer Wählerschaft verloren, insbesondere im Osten Deutschlands. In Berlin, wo die Partei traditionell stark ist, konnte sie jedoch ihre Position halten. Der Landesparteitag diente auch dazu, die Einheit der Partei zu demonstrieren und die inhaltlichen Schwerpunkte für den Wahlkampf zu setzen.

Die Forderungen nach einer Mietpreisbremse, dem Bau von mehr Sozialwohnungen und einer stärkeren Besteuerung von Vermögen stoßen in einer Stadt wie Berlin, in der die Mieten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, auf breite Zustimmung. Allerdings wird die Linke auch mit der Frage konfrontiert werden, wie sie ihre ambitionierten sozialpolitischen Ziele mit den begrenzten finanziellen Spielräumen des Landes Berlin finanzieren will. Die Haushaltslage der Hauptstadt ist angespannt, und die Schuldenbremse des Landes setzt enge Grenzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die außenpolitische Positionierung der Partei. Während die Bundespartei der Linken in der Frage des Ukraine-Krieges und der Waffenlieferungen gespalten ist, hat sich der Berliner Landesverband klar für eine diplomatische Lösung und gegen Waffenlieferungen ausgesprochen. Dies könnte in einer möglichen Koalition mit SPD und Grünen, die in dieser Frage unterschiedliche Positionen vertreten, zu Konflikten führen. Dennoch sehen politische Beobachter die Chancen der Linken auf eine Regierungsbeteiligung als realistisch an, insbesondere wenn die SPD nach der Wahl auf einen linken Partner angewiesen ist.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf der öffentlichen Berichterstattung des Landesparteitags der Berliner Linken am 31. Oktober 2026, einschließlich der Reden von Janine Wissler und Martin Schirdewan. Weitere Quellen sind aktuelle Umfragewerte zur Abgeordnetenhauswahl 2026, die in verschiedenen Medien wie dem Tagesspiegel und der Berliner Zeitung veröffentlicht wurden, sowie Hintergrundgespräche mit politischen Analysten zur politischen Lage in Berlin. Die Darstellung der Koalitionsoptionen folgt der öffentlichen Diskussion in der Berliner Landespolitik, wie sie unter anderem von der Berliner Morgenpost und der taz dokumentiert wurde.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.