Die Bundesregierung steht vor einem ihrer wohl schwersten Belastungstests: Die geplante Reform der Pflegeversicherung droht die Koalition aus SPD, Grünen und FDP zu sprengen. Was als technisches Gesetzesvorhaben begann, entwickelt sich zur existentiellen Zerreißprobe, die nicht nur über das Schicksal des Kabinetts Scholz, sondern auch über die künftige Ausrichtung der deutschen Sozialpolitik entscheiden könnte.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte im August 2026 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Beiträge zur Pflegeversicherung drastisch erhöhen soll – von aktuell 3,4 Prozent auf bis zu 4,2 Prozent des Bruttoeinkommens. Begründung: Die Zahl der Pflegebedürftigen steige rasant, die Kosten explodierten. Allein 2025 stiegen die Ausgaben der Pflegekassen um 8,7 Milliarden Euro auf über 60 Milliarden Euro. Ohne Reform, so Lauterbach, wäre die Pflegeversicherung bereits 2028 zahlungsunfähig.
Doch der Widerstand aus der FDP ist massiv. Fraktionschef Christian Dürr bezeichnete den Plan als „unsoziale Steuererhöhung
Por Renan Filho · 2026-09-27