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Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat am heutigen Freitag beim Amtsgericht Essen erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Es ist die vierte Insolvenzanmeldung des Unternehmens innerhalb von fünf Jahren. Der Konzern, der zuletzt noch rund 90 Filialen und etwa 12.000 Beschäftigte umfasste, kämpft weiterhin gegen die Folgen der Energiekrise, der Inflation und des anhaltenden Wandels im Einzelhandel. Die Geschäftsführung spricht von einer „notwendigen Neuaufstellung“, um das Unternehmen langfristig zu retten.
**Contexto**
Die Geschichte der Galeria Karstadt Kaufhof ist geprägt von wiederholten wirtschaftlichen Rückschlägen. Bereits 2020 musste das Unternehmen – damals noch unter dem Dach der Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko – erstmals Gläubigerschutz beantragen. Es folgte eine zweite Insolvenz im Jahr 2022, die mit der Schließung zahlreicher Filialen und dem Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen einherging. Die dritte Pleite folgte im Januar 2024, als die gesamte Signa-Holding zusammenbrach und die Warenhauskette nur durch staatliche Hilfen und einen erneuten Schnitt überleben konnte.
Im Jahr 2025 übernahm der US-amerikanische Finanzinvestor NRDC Equity Partners das Unternehmen aus der Insolvenz. Der neue Eigentümer versprach eine umfassende Modernisierung und die Rückkehr zu profitablen Geschäften. Doch die erhoffte Wende blieb aus. Die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück, während die Kosten für Mieten, Energie und Personal weiter stiegen. Zudem verschärfte die anhaltende Konsumzurückhaltung der deutschen Bevölkerung die Lage. Der Einzelhandelsverband HDE hatte bereits im Vorfeld vor einer „dramatischen Situation“ im stationären Handel gewarnt.
Die erneute Insolvenzanmeldung erfolgt in einem politisch sensiblen Umfeld. Die Bundesregierung hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Hilfspaketen für die Warenhauskette engagiert, was in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde. Kritiker werfen der Politik vor, mit Steuergeldern ein Geschäftsmodell zu stützen, das keine Zukunft habe. Befürworter verweisen dagegen auf die Bedeutung der Warenhäuser für die Innenstädte, insbesondere in mittleren und kleineren Städten, wo sie oft die einzigen Ankerpunkte des Einzelhandels sind.
**Analise**
Die vierte Insolvenz der Galeria Karstadt Kaufhof markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Warenhauses. Sie zeigt, dass das klassische Geschäftsmodell – große Verkaufsflächen in zentralen Lagen, breites Sortiment, hoher Personalaufwand – unter den aktuellen Marktbedingungen kaum noch tragfähig ist. Der Online-Handel hat den stationären Einzelhandel in den letzten Jahren massiv unter Druck gesetzt, und die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch beschleunigt. Die Energiekrise und die Inflation haben die Situation zusätzlich verschärft, da die Verbraucher weniger Geld für nicht lebensnotwendige Güter ausgeben.
Die politische Dimension dieses Falls ist nicht zu unterschätzen. Die Bundesregierung steht vor der Frage, ob sie erneut mit Steuermitteln einspringen soll. Eine erneute Rettung würde angesichts der angespannten Haushaltslage auf erheblichen Widerstand stoßen. Gleichzeitig wäre eine endgültige Schließung der Kette ein schwerer Schlag für viele Innenstädte, die bereits unter Leerstand und sinkender Frequenz leiden. Die Kommunen und Länder wären gezwungen, nach neuen Lösungen für die betroffenen Immobilien zu suchen – eine Aufgabe, die in vielen Fällen überfordern dürfte.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es dem Unternehmen gelingt, einen tragfähigen Sanierungsplan vorzulegen. Die Geschäftsführung hat angekündigt, alle Filialen auf ihre Rentabilität zu prüfen. Branchenexperten gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der Standorte geschlossen werden muss, um das Unternehmen zu retten. Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften fordern dagegen einen umfassenden Sozialplan und eine Perspektive für die betroffenen Mitarbeiter. Die Verhandlungen dürften schwierig werden, da die finanziellen Spielräume des Unternehmens äußerst begrenzt sind.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf offiziellen Mitteilungen des Unternehmens Galeria Karstadt Kaufhof, Angaben des Amtsgerichts Essen sowie Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und des Handelsblatts. Weitere Details wurden aus öffentlichen Stellungnahmen des Handelsverbands Deutschland (HDE) und der Gewerkschaft ver.di entnommen.
Por Renan Filho · 2026-10-02