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Ciencia

Finnland genehmigt Inbetriebnahme des weltweit ersten Endlagers für Atommüll

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-22

Die Anlage Onkalo in der Gemeinde Eurajoki darf nach über 40 Jahren Planung und Bau den Betrieb aufnehmen – ein historischer Schritt für die nukleare Entsorgung.

**Lead**

Finnland hat einen Meilenstein in der Geschichte der Kernenergie erreicht: Die Aufsichtsbehörden erteilten die Genehmigung für die Inbetriebnahme des weltweit ersten dauerhaften Endlagers für hochradioaktiven Atommüll. Die Anlage Onkalo, tief im granitenen Felsgestein von Olkiluoto gelegen, darf nun schrittweise den Betrieb aufnehmen. Damit wird Finnland das erste Land, das eine geologische Tiefenlagerstätte für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken realisiert.

**Contexto**

Das Endlagerprojekt wird seit den 1980er Jahren von der finnischen Gesellschaft Posiva Oy vorangetrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen der beiden Kernkraftwerksbetreiber Teollisuuden Voima (TVO) und Fortum. Nach umfangreichen geologischen Untersuchungen und öffentlichen Konsultationen begann der Bau der unterirdischen Anlage im Jahr 2004. Onkalo liegt etwa 450 Meter unter der Erdoberfläche in einem stabilen Granitmassiv. Das Prinzip beruht auf einer mehrfachen Barriere: Die abgebrannten Brennelemente werden in Kupferkapseln eingeschlossen, die von Bentonit-Ton umgeben sind, bevor sie in Bohrlöchern im Fels versiegelt werden. Das Konzept, bekannt als KBS-3, wurde gemeinsam mit schwedischen Forschern entwickelt.

Die Genehmigung durch die finnische Strahlenschutzbehörde Stuk und das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit erfolgte nach einer abschließenden Sicherheitsüberprüfung. Posiva hatte den Antrag auf Betriebsgenehmigung bereits im Jahr 2021 eingereicht. In den folgenden Jahren wurden zusätzliche Tests und Nachweise gefordert, insbesondere zur Langzeitsicherheit über einen Zeitraum von mehr als 100.000 Jahren. Die finnische Regierung hatte bereits 2015 einen Grundsatzbeschluss gefasst, der das Projekt politisch billigte.

**Analise**

Die Inbetriebnahme von Onkalo ist von immenser symbolischer und praktischer Bedeutung. Seit Jahrzehnten ringen Länder mit der Frage, wie hochradioaktive Abfälle sicher und dauerhaft gelagert werden können, ohne künftige Generationen zu belasten. Finnland zeigt, dass eine geologische Endlagerung nicht nur theoretisch möglich, sondern technisch und politisch umsetzbar ist. Das Modell könnte als Blaupause für andere Staaten dienen – insbesondere für Schweden, das ein ähnliches Projekt in Forsmark plant, sowie für Frankreich und Finnlands Nachbarn. Deutschland hingegen hat sich nach langem Streit aus der Kernenergie verabschiedet und sucht noch immer nach einem Endlagerstandort, dessen Inbetriebnahme frühestens in den 2050er Jahren erwartet wird.

Gleichzeitig bleiben Herausforderungen bestehen. Die ersten Kapseln werden zwar in den kommenden Jahren eingelagert, aber die Anlage wird den gesamten Betriebszeitraum über Jahrzehnte hinweg ausgebaut und schrittweise befüllt. Erst nach der Versiegelung der letzten Kammer, die für etwa 2120 vorgesehen ist, kann das Endlager endgültig geschlossen werden. Die Überwachung bleibt während dieser Zeit erforderlich. Zudem warnen Kritiker, dass die Langzeitsicherheit nicht vollständig garantierbar sei – insbesondere angesichts möglicher geologischer Veränderungen oder menschlicher Eingriffe in ferner Zukunft. Dennoch überwiegt in Finnland die Zuversicht, dass das robuste Barrierensystem den Anforderungen genügt.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf offiziellen Mitteilungen der finnischen Strahlenschutzbehörde (Stuk), Posiva Oy, der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) sowie Berichten der finnischen Regierung zur Endlagerpolitik. Weiterhin wurden Fachpublikationen zur geologischen Tiefenlagerung und Hintergrundgespräche mit Nuklearexperten herangezogen. Einige Details zur zeitlichen Planung stammen aus öffentlichen Dokumenten des finnischen Wirtschaftsministeriums.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.