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In einer neuen Folge des Podcasts „F.A.Z. für Deutschland“ hat die bekannte Klimaaktivistin Luisa Neubauer scharfe Kritik an der Behandlung junger Menschen in der deutschen Politik geübt. Unter dem Titel „Gen Z regelt“ warf sie der etablierten Politik vor, die Anliegen der nach 1995 Geborenen systematisch zu ignorieren. „Junge Menschen werden behandelt wie Außerirdische“, sagte Neubauer in dem am Donnerstag veröffentlichten Gespräch. Die Aussage hat in der deutschen Medienlandschaft für Aufsehen gesorgt, da sie eine wachsende Kluft zwischen den Generationen in politischen Entscheidungsprozessen thematisiert.
**Contexto**
Luisa Neubauer, Jahrgang 1996, ist eine der prominentesten Stimmen der deutschen Klimabewegung und Mitorganisatorin von Fridays for Future. Seit 2019 tritt sie regelmäßig in Talkshows und Podcasts auf, um auf die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen hinzuweisen. Der „F.A.Z. für Deutschland“-Podcast der Frankfurter Allgemeinen Zeitung widmet sich regelmäßig gesellschaftlichen und politischen Debatten. In der aktuellen Episode mit dem Titel „Gen Z regelt“ diskutierte Neubauer gemeinsam mit der Journalistin und Podcasterin Tijen Onaran sowie dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thorsten Faas über die politische Teilhabe junger Menschen.
Neubauer argumentierte, dass die Generation Z zwar in sozialen Netzwerken und Protestbewegungen aktiv sei, aber in formalen politischen Gremien wie Parlamenten oder Parteivorständen stark unterrepräsentiert bleibe. Sie verwies auf Studien, die zeigen, dass das Durchschnittsalter der Bundestagsabgeordneten bei etwa 50 Jahren liegt, während die Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen nur einen Bruchteil der Sitze innehat. „Es geht nicht darum, dass junge Menschen keine Meinung hätten. Es geht darum, dass diese Meinung nicht gehört wird“, so Neubauer.
Die Aktivistin kritisierte zudem die mediale Darstellung junger Menschen als „politisch desinteressiert“ oder „naiv“. Diese Zuschreibungen seien ein Instrument, um die Forderungen der Generation Z zu delegitimieren. „Wenn wir fordern, dass die Schuldenbremse reformiert wird, um in Klimaschutz zu investieren, heißt es sofort: ‚Die Jugend versteht die Wirtschaft nicht.‘ Dabei sind es die jungen Menschen, die mit den Folgen der aktuellen Politik leben müssen“, sagte Neubauer.
**Analise**
Die Aussagen Neubauers treffen in eine Zeit, in der die politische Beteiligung junger Menschen in Deutschland zunehmend diskutiert wird. Die Bundestagswahl 2025 hatte gezeigt, dass die AfD bei Erstwählern stark zulegen konnte, während die Grünen – traditionell die Partei der jungen Wähler – Verluste hinnehmen mussten. Politikwissenschaftler wie Prof. Faas betonen, dass die etablierten Parteien es versäumt hätten, glaubwürdige Angebote für die Generation Z zu formulieren. Stattdessen würden junge Menschen oft als „Projektionsfläche“ für ältere Wählerschichten genutzt.
Die Metapher vom „Außerirdischen“ ist dabei bewusst provokativ gewählt. Neubauer will darauf hinweisen, dass die Lebensrealitäten junger Menschen – von prekären Wohnverhältnissen über Klimaangst bis hin zu unsicheren Rentenperspektiven – in der politischen Debatte kaum vorkommen. „Es wird über uns gesprochen, aber nicht mit uns“, fasste sie zusammen. Der Podcast zeigt damit eine grundsätzliche Spannung auf: Während die Generation Z durch digitale Medien und Proteste eine neue Form der politischen Artikulation gefunden hat, bleibt die institutionelle Politik in alten Hierarchien verhaftet.
Die Reaktionen auf den Podcast waren gemischt. Während Unterstützer Neubauers die Analyse als längst überfällig lobten, warfen Kritiker ihr vor, die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse zu unterschätzen. Fakt ist jedoch, dass die Wahlbeteiligung der 18- bis 24-Jährigen bei der letzten Bundestagswahl unter dem Durchschnitt lag – ein Zeichen von Politikverdrossenheit, das auch durch symbolische Aktionen wie Jugendparlamente nicht behoben wird.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf der veröffentlichten Podcast-Folge „F.A.Z. für Deutschland: Gen Z regelt“ vom 30. Oktober 2025, in der Luisa Neubauer, Tijen Onaran und Prof. Dr. Thorsten Faas zu Gast waren. Zusätzlich wurden öffentlich zugängliche Daten des Deutschen Bundestages zur Altersstruktur der Abgeordneten sowie Berichte der Bundeszentrale für politische Bildung zur Wahlbeteiligung junger Menschen herangezogen.
Por Renan Filho · 2026-10-31