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Fake-Anzeigen bei Booking: Betrügen und betrügen lassen – Verbraucher in Deutschland zunehmend betroffen

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-12

Immer mehr Urlauber in Deutschland buchen über Booking.com vermeintliche Schnäppchen – und landen bei nicht existierenden Unterkünften. Die Betrugsmasche mit gefälschten Anzeigen breitet sich rasant aus, während die Plattform um Schadensbegrenzung ringt.

**Lead**

Eine neue Welle von Fake-Anzeigen auf der Buchungsplattform Booking.com sorgt in Deutschland für erhebliche Verunsicherung. Reisende buchen vermeintliche Hotels oder Ferienwohnungen zu attraktiven Preisen, zahlen per Vorkasse oder Kreditkarte – und stehen am Zielort vor leeren Grundstücken oder vor verschlossenen Türen. Die Täter nutzen gekaperte Gastgeberkonten oder erstellen täuschend echte Profile mit gestohlenen Fotos und Bewertungen. Die Verbraucherzentralen in mehreren Bundesländern melden einen sprunghaften Anstieg der Beschwerden, während die Polizei vor allem organisierte Banden aus dem Ausland vermutet.

**Contexto**

Booking.com ist eine der größten Online-Reiseplattformen weltweit und in Deutschland besonders beliebt. Das Geschäftsmodell basiert darauf, dass Gastgeber ihre Unterkünfte kostenlos inserieren und bei Buchung eine Provision zahlen. Genau diese Offenheit nutzen Betrüger aus. Sie übernehmen entweder durch Phishing oder gestohlene Zugangsdaten bestehende Konten von seriösen Gastgebern oder registrieren sich mit gefälschten Ausweisen und Adressen. Die gefälschten Anzeigen sind oft schwer von echten zu unterscheiden: Sie enthalten professionelle Fotos, detaillierte Beschreibungen und sogar gefälschte Bewertungen, die von anderen Fake-Profilen stammen.

Die Masche ist nicht neu, hat aber in den letzten Monaten eine neue Qualität erreicht. Während Booking.com früher vor allem mit nicht autorisierten Buchungen auf anderen Portalen zu kämpfen hatte, verlagern sich die Angriffe nun direkt auf die eigene Plattform. Die Täter nutzen die Tatsache, dass viele Reisende bei der Buchung auf den ersten Blick nicht prüfen, ob die angegebene Adresse tatsächlich existiert. Besonders betroffen sind beliebte Urlaubsregionen wie die Ostsee, die Alpen oder Großstädte wie Berlin und München. In einigen Fällen wurden ganze Hotels mit mehreren Zimmern angeboten, die es nie gab.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat wiederholt vor dieser Betrugsform gewarnt. In ihren Berichten wird deutlich, dass die Schadenssummen pro Fall oft im vierstelligen Bereich liegen. Die Geschädigten haben nicht nur das Geld verloren, sondern müssen oft kurzfristig teure Ersatzunterkünfte suchen oder ihre Reise ganz absagen. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Bayern hat Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter eingeleitet, die über IP-Adressen aus Ländern wie Nigeria, Indien oder Osteuropa agieren. Die internationale Zusammenarbeit gestaltet sich jedoch schwierig, da die Betrüger ihre Spuren durch wechselnde Server und Kryptowährungen verwischen.

**Analise**

Die zunehmende Zahl von Fake-Anzeigen auf Booking.com wirft grundsätzliche Fragen zur Verantwortung von Online-Plattformen auf. Booking.com betont in Stellungnahmen, dass man mit Hochdruck an der Verbesserung der Sicherheitssysteme arbeite. So wurden Algorithmen zur Erkennung verdächtiger Muster implementiert, und die Plattform setzt verstärkt auf manuelle Überprüfungen neuer Gastgeber. Dennoch scheinen die Maßnahmen nicht auszureichen, um die Flut an Betrugsversuchen einzudämmen. Kritiker bemängeln, dass Booking.com zu lange zögert, verdächtige Anzeigen zu löschen, und dass der Kundenservice bei Beschwerden oft überfordert ist.

Für die betroffenen Verbraucher ist der Schaden nicht nur finanziell. Viele berichten von massivem Stress und Vertrauensverlust in Online-Buchungen. Die Masche untergräbt das gesamte Geschäftsmodell der Plattform, das auf Vertrauen zwischen Gastgebern und Gästen basiert. Wenn Reisende nicht mehr sicher sein können, dass die gebuchte Unterkunft tatsächlich existiert, werden sie möglicherweise auf andere Buchungswege ausweichen – etwa auf Direktbuchungen bei Hotels oder auf Plattformen mit strengeren Identitätsprüfungen.

Die Entwicklung zeigt auch, wie professionell organisierte Kriminalität im digitalen Raum agiert. Die Täter nutzen nicht nur technische Lücken, sondern auch psychologische Tricks: Sie locken mit extrem günstigen Preisen, die oft nur für kurze Zeit gelten, um Druck aufzubauen. Viele Opfer zahlen per Sofortüberweisung oder Kreditkarte, ohne die Möglichkeit einer Rückbuchung zu haben. Die Polizei rät daher dringend, bei verdächtig günstigen Angeboten misstrauisch zu sein und vor der Buchung die Existenz der Unterkunft über unabhängige Quellen zu prüfen.

**Fontes**

- Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): Warnungen vor Fake-Anzeigen auf Buchungsplattformen, veröffentlicht auf verbraucherzentrale.de - Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK): Hinweise zu Betrugsmaschen im Reisemarkt, abrufbar unter polizei-beratung.de - Booking.com: Offizielle Stellungnahmen zu Sicherheitsmaßnahmen, veröffentlicht im Unternehmensblog und in Pressemitteilungen - Berichte der Staatsanwaltschaft München I zu Ermittlungen gegen internationale Betrugsnetzwerke (Stand 2026)

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.