FORTIS
← FORTIS
Seguranca

Exzellenzstrategie: Welche Unis den Exzellenzstatus erhalten – und welche leer ausgehen

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-02

Die Bekanntgabe der neuen Exzellenzuniversitäten und Exzellenzcluster in Deutschland sorgt für Freude und Enttäuschung. Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die nationale Sicherheit und technologische Souveränität.

**Lead**

Die deutsche Exzellenzstrategie hat ihre jüngste Runde abgeschlossen: Mehrere Universitäten erhalten den begehrten Status als Exzellenzuniversität oder dürfen sich über neue Exzellenzcluster freuen, während andere etablierte Hochschulen leer ausgehen. Die Entscheidung, die am Sitz der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz in Berlin verkündet wurde, betrifft nicht nur die akademische Landschaft, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitsarchitektur des Landes. Denn in Zeiten globaler Spannungen und wachsender Bedrohungen durch Cyberangriffe, Desinformation und technologische Abhängigkeiten wird die Forschungsförderung in sicherheitsrelevanten Disziplinen wie Kryptographie, Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien zum strategischen Imperativ.

**Context**

Die Exzellenzstrategie ist das zentrale Instrument der deutschen Wissenschaftspolitik, um Spitzenforschung an Universitäten zu fördern. Sie wird vom Bund und den Ländern gemeinsam getragen und umfasst zwei Förderlinien: Exzellenzcluster, die einzelne Forschungsbereiche stärken, und Exzellenzuniversitäten, die ganze Hochschulen als herausragend auszeichnen. Die aktuellen Entscheidungen basieren auf Begutachtungen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Wissenschaftsrat. In der laufenden Runde haben zahlreiche Universitäten Anträge gestellt. Einige traditionsreiche Einrichtungen, die bereits in früheren Runden den Exzellenzstatus trugen, mussten um ihre Verlängerung bangen, während neue Bewerber um Aufnahme in den exklusiven Kreis kämpften.

Die Auswahlkriterien umfassen nicht nur die wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch die strategische Ausrichtung der Forschung und ihre gesellschaftliche Relevanz. In den letzten Jahren hat das Thema Sicherheit dabei an Bedeutung gewonnen. Universitäten, die in Bereichen wie Cybersicherheit, Verteidigungsforschung oder resiliente Infrastrukturen forschen, sehen sich zunehmend im Vorteil. Gleichzeitig ist die Konkurrenz hart: Nur eine begrenzte Anzahl von Hochschulen kann den Status erhalten, was bedeutet, dass viele Bewerber abgewiesen werden. Diese Ablehnungen können langfristige Folgen haben, etwa durch den Verlust von Anziehungskraft für internationale Spitzenforscher oder durch geringere Drittmitteleinnahmen.

**Analyse**

Die Entscheidung über den Exzellenzstatus ist mehr als eine akademische Auszeichnung – sie ist ein Signal für die Innovationsfähigkeit und die Sicherheitsresilienz Deutschlands. Universitäten, die den Status erhalten, können mit zusätzlichen Millionenbeträgen rechnen, die gezielt in zukunftsweisende Forschung fließen. Dabei spielen sicherheitsrelevante Themen eine wachsende Rolle: Von der Entwicklung neuer Verschlüsselungsverfahren über die Erforschung autonomer Systeme bis hin zur Analyse von Desinformationskampagnen – die Exzellenzcluster spiegeln oft die aktuellen geopolitischen Herausforderungen wider. Eine Universität, die in diesen Bereichen stark ist, stärkt nicht nur den Wissenschaftsstandort, sondern auch die nationale Sicherheit.

Für die leer ausgegangenen Hochschulen bedeutet dies einen Rückschlag. Sie verlieren nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch an Sichtbarkeit und Attraktivität. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel in sicherheitsrelevanten Bereichen herrscht, kann dies die Position Deutschlands im globalen Wettbewerb schwächen. Einige Experten warnen davor, dass die Konzentration der Ressourcen auf wenige Einrichtungen langfristig zu einer Monokultur in der Spitzenforschung führen könnte. Gerade für die Sicherheitsforschung sei eine dezentrale, breite Aufstellung wichtig, um regionale Bedrohungen und spezifische Expertise abdecken zu können. Die aktuelle Runde zeigt daher ein Spannungsfeld zwischen Exzellenzförderung und strategischer Notwendigkeit auf.

**Quellen**

Die Informationen basieren auf offiziellen Mitteilungen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats. Weiterhin wurden Berichte von Wissenschaftsredaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten sowie Stellungnahmen von Hochschulverbänden herangezogen. Die genauen Ergebnisse der Exzellenzstrategie-Runde sind auf den Webseiten der genannten Institutionen einsehbar.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.