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Die Zukunft des Ruhrgebiets als Industriestandort steht auf dem Spiel. In einer ungewöhnlich scharfen gemeinsamen Erklärung haben die Vorstände von Evonik Industries und BASF SE die politischen Entscheidungsträger in Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgefordert, die Blockadehaltung bei der Transformation der Chemieindustrie zu beenden. „Ein Gezocke um die Zukunft des Ruhrgebiets ist inakzeptabel“, heißt es in dem Papier, das dem FORTIS NEWS vorliegt. Die Unternehmen fordern klare Rahmenbedingungen für die Wasserstoffwirtschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Sicherung der Energieversorgung.
**Contexto**
Die Kritik der beiden DAX-Konzerne kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die deutsche Chemieindustrie unter massivem Druck steht. Hohe Energiepreise, bürokratische Hürden und die unklare Förderpolitik für klimaneutrale Technologien haben dazu geführt, dass mehrere Großprojekte im Ruhrgebiet auf Eis liegen. Evonik, mit Hauptsitz in Essen, und BASF, mit einem großen Standort in Marl, sind zwei der größten Arbeitgeber der Region. Gemeinsam beschäftigen sie Zehntausende Menschen im Ruhrgebiet.
Die Unternehmen beklagen, dass die Politik zwar immer wieder die Bedeutung der Industrie für den Strukturwandel betone, aber konkrete Entscheidungen vermissen lasse. Besonders kritisch sehen sie die Verzögerungen beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur. Ohne grünen Wasserstoff, so die Argumentation, sei eine klimaneutrale Produktion in der Chemieindustrie nicht möglich. Die geplanten Wasserstoffleitungen, die das Ruhrgebiet mit den Nordseehäfen verbinden sollen, sind noch immer nicht genehmigt.
**Analise**
Die scharfe Wortwahl der Konzernlenker ist bemerkenswert. Normalerweise agieren Unternehmen wie Evonik und BASF zurückhaltend gegenüber der Politik. Dass sie nun öffentlich von einem „Gezocke“ sprechen, zeigt die wachsende Frustration. Es geht nicht nur um einzelne Projekte, sondern um die grundsätzliche Frage, ob Deutschland als Industriestandort noch wettbewerbsfähig ist. Das Ruhrgebiet, einst das Herz der deutschen Schwerindustrie, steht exemplarisch für diesen Kampf.
Die Unternehmen fordern nicht nur mehr Tempo bei Genehmigungen, sondern auch eine verlässliche Finanzierung der Transformation. Die Bundesregierung hat zwar Milliarden für den Klimaschutz zugesagt, doch die Mittel fließen nur schleppend. Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftige Energiepolitik. Ohne bezahlbare und saubere Energie, so die Warnung, werden Investitionen in neue Anlagen ausbleiben. Das hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Folgen für eine Region, die bereits den Niedergang des Bergbaus verkraften musste.
**Fontes**
Die Informationen basieren auf der gemeinsamen Stellungnahme von Evonik Industries AG und BASF SE, die am 30. September 2026 veröffentlicht wurde. Weitere Hintergründe stammen aus öffentlich zugänglichen Pressemitteilungen der Unternehmen sowie aus Berichten des Handelsblatts und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zur Lage der Chemieindustrie im Ruhrgebiet.
Por Renan Filho · 2026-09-30