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Elektronischer Kampf: Der Feind funkt, die Bundeswehr horcht mit

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-30

Die Bundeswehr rüstet ihre Fähigkeiten im Elektronischen Kampf massiv auf. Angesichts russischer Störangriffe und moderner Bedrohungen wird die Signalaufklärung zum strategischen Schlüssel – mit neuen Systemen und einer Reform der Truppe.

**Lead**

Die Bundeswehr stellt sich neu auf im unsichtbaren Krieg der Frequenzen. Während russische Einheiten im Ukraine-Krieg mit modernen Störsendern Drohnen und Kommunikation lahmlegen, treibt das deutsche Verteidigungsministerium die Modernisierung des Elektronischen Kampfes (EloKa) voran. Neue Aufklärungssysteme, eine gestraffte Kommandostruktur und verstärkte Investitionen sollen sicherstellen, dass die Bundeswehr im digitalen Gefechtsraum nicht blind bleibt. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, feindliche Signale zu orten, zu analysieren und zu stören – ohne selbst entdeckt zu werden.

**Contexto**

Der Elektronische Kampf ist eine der am schnellsten wachsenden Disziplinen moderner Kriegsführung. Er umfasst die Aufklärung, Täuschung und Störung elektromagnetischer Wellen – von Funk und Radar bis hin zu Drohnensteuerungen und Satellitenkommunikation. Die Bundeswehr verfügt über eigene EloKa-Verbände, darunter das Aufklärungsbataillon 911 in der Eifel, das mit speziellen Horchposten und mobilen Systemen ausgestattet ist. Doch die Bedrohungslage hat sich verschärft. Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine Systeme wie „Krasucha“ und „Leer-3“ ein, die GPS-Signale unterdrücken und ukrainische Drohnen unbrauchbar machen. Auch NATO-Truppen an der Ostflanke berichten regelmäßig von Störversuchen, die die Kommunikation beeinträchtigen.

Die Bundeswehr reagiert mit einem umfassenden Modernisierungsprogramm. Im Haushalt 2024 wurden zusätzliche Mittel für die Beschaffung neuer EloKa-Systeme bereitgestellt. Dazu gehören stationäre und mobile Aufklärungsplattformen, die in der Lage sind, feindliche Emissionen in Echtzeit zu erfassen und zu klassifizieren. Ein zentrales Projekt ist die Einführung des Systems „KORA“ (Kommunikations- und Radaraufklärung) des deutschen Rüstungskonzerns Hensoldt. KORA soll ab 2025 schrittweise die veralteten Anlagen ersetzen und eine deutlich höhere Reichweite sowie präzisere Peilung ermöglichen. Parallel dazu wird die Struktur der EloKa-Truppe reformiert: Die bisher getrennten Bereiche für Heer, Luftwaffe und Marine sollen enger zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Lagebild zu erzeugen.

**Analise**

Die Aufwertung des Elektronischen Kampfes ist nicht nur eine technische, sondern auch eine strategische Notwendigkeit. In einem Konflikt mit einem gleichwertigen Gegner wäre die Fähigkeit, das elektromagnetische Spektrum zu beherrschen, entscheidend für den Ausgang von Gefechten. Ohne funktionierende Kommunikation und Navigation sind moderne Streitkräfte handlungsunfähig. Die Bundeswehr hat hier jahrelang unterinvestiert – ein Erbe der Post-Kalter-Krieg-Ära, in der die Bedrohung durch elektronische Angriffe als gering eingeschätzt wurde. Der Ukraine-Krieg hat diese Einschätzung radikal verändert. Experten betonen, dass die NATO insgesamt ihre EloKa-Fähigkeiten ausbauen muss, um der russischen Überlegenheit in diesem Bereich entgegenzuwirken.

Gleichzeitig stellt die Modernisierung die Bundeswehr vor Herausforderungen. Die Beschaffung neuer Systeme dauert oft Jahre, und die Personalgewinnung für hochspezialisierte Techniker und Analysten gestaltet sich schwierig. Zudem erfordert der Elektronische Kampf eine enge Abstimmung mit den Bündnispartnern, da Frequenznutzung und Störmaßnahmen international koordiniert werden müssen. Die Bundeswehr setzt daher verstärkt auf gemeinsame Übungen, etwa im Rahmen der NATO-Übung „Trident Juncture“ oder der nationalen „EloKa-Übung 2025“. Auch die Zusammenarbeit mit der Industrie wird intensiviert: Hensoldt und andere Firmen entwickeln künstliche Intelligenz, um feindliche Signale automatisiert zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

**Quellen**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Berichten des Bundesministeriums der Verteidigung, insbesondere der Konzeption der Bundeswehr zur „Elektronischen Kampfführung“ (2023), sowie auf Analysen von Fachportalen wie „Augen geradeaus!“ und „Hartpunkt“. Zudem wurden Aussagen von Verteidigungspolitikern im Bundestag und Stellungnahmen des Rüstungskonzerns Hensoldt zu den Systemen KORA und anderen EloKa-Projekten herangezogen. Die Darstellung der russischen Fähigkeiten stützt sich auf offene Quellen des NATO Strategic Communications Centre of Excellence und Berichte des Royal United Services Institute (RUSI).

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.