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DOSB-Präsident Weikert kündigt Rückzug an: „Ich werde im Dezember nicht mehr kandidieren“

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-01

Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat angekündigt, bei der turnusmäßigen Wahl im Dezember 2026 nicht erneut zu kandidieren. Der 63-Jährige begründete den Schritt mit persönlichen und strategischen Erwägungen.

**Lead**

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Weikert, hat am Donnerstag überraschend seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der turnusmäßigen Wahl im Dezember 2026 bekannt gegeben. In einer persönlichen Erklärung vor dem DOSB-Präsidium in Frankfurt am Main sagte Weikert: „Ich werde im Dezember nicht mehr kandidieren.“ Der 63-jährige Jurist, der seit 2021 an der Spitze des größten deutschen Sportdachverbandes steht, nannte als Gründe den Wunsch nach einem geordneten Führungswechsel sowie die Notwendigkeit, neue Impulse für die Verbandsarbeit zu ermöglichen.

**Contexto**

Weikert, der zuvor von 2013 bis 2021 Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) war, übernahm das Amt des DOSB-Präsidenten im Dezember 2021 in einer turbulenten Phase. Der Verband stand damals nach der Ära von Alfons Hörmann, der 2020 nach internen Konflikten zurückgetreten war, vor der Herausforderung, Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Weikert gelang es, den DOSB zu stabilisieren und die Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden zu verbessern. Unter seiner Führung wurde die deutsche Olympiamannschaft für die Spiele in Paris 2024 vorbereitet, wo das Team mit 33 Medaillen einen soliden Erfolg erzielte.

Dennoch blieb Weikert nicht von Kritik verschont. Vor allem die Debatte um die Zukunft der olympischen Bewegung in Deutschland – etwa die Frage nach einer möglichen Bewerbung für Olympische Spiele – sowie die Finanzierung des Spitzensports sorgten für Spannungen. Zudem stand der DOSB in den vergangenen Monaten im Fokus der öffentlichen Diskussion über die Aufarbeitung von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt im Sport. Weikert hatte mehrfach betont, dass der Verband hier eine Vorreiterrolle einnehmen müsse, doch die Umsetzung konkreter Maßnahmen verlief schleppend.

Die Ankündigung des Rückzugs kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der DOSB ohnehin vor einem personellen Umbruch steht. Mehrere Spitzenfunktionäre haben bereits signalisiert, dass sie bei der Wahl im Dezember nicht erneut antreten werden. Weikert selbst betonte in seiner Erklärung, dass er den Verband nicht im Stich lassen wolle, sondern einen geordneten Übergang ermöglichen möchte. „Ich möchte sicherstellen, dass mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin ausreichend Zeit hat, sich einzuarbeiten und die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen“, so Weikert.

**Analise**

Weikerts Entscheidung ist aus mehreren Gründen bedeutsam. Zum einen markiert sie das Ende einer Ära, die von Konsolidierung, aber auch von ungelösten Grundsatzfragen geprägt war. Der DOSB steht vor der Herausforderung, seine Rolle in einer sich wandelnden Sportlandschaft zu definieren: Die Digitalisierung verändert die Vermarktung, die gesellschaftliche Erwartung an Transparenz und Diversität wächst, und die Konkurrenz durch kommerzielle Sportanbieter nimmt zu. Ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin wird diese Themen mit frischem Blick angehen müssen.

Zum anderen wirft der Rückzug die Frage nach der Zukunft der deutschen Olympiabewerbung auf. Weikert hatte sich stets zurückhaltend zu einer möglichen Kandidatur geäußert, während andere Stimmen im DOSB – etwa aus den Reihen der Landessportbünde – eine erneute Bewerbung fordern. Der Zeitpunkt des Rückzugs könnte bedeuten, dass die Entscheidung über eine Olympiabewerbung auf die nächste Führung verschoben wird. Experten erwarten, dass der neue DOSB-Präsident oder die neue Präsidentin bereits im Vorfeld der Wahl ein klares Bekenntnis zu diesem Thema ablegen muss.

Ein weiterer Aspekt ist die personelle Kontinuität. Weikert galt als moderater und ausgleichender Präsident, der es verstand, unterschiedliche Interessen innerhalb des Verbandes zu bündeln. Sein Rückzug könnte die Tür für eine polarisierendere Figur öffnen – oder aber für eine Persönlichkeit, die stärker auf Reformen drängt. Die Kandidatenliste für die Wahl im Dezember ist noch nicht öffentlich, doch erste Namen werden bereits gehandelt: Unter anderem wird die ehemalige Spitzensportlerin und heutige Funktionärin Britta Heidemann genannt, aber auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, der jedoch bislang keine Ambitionen signalisiert hat.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf der offiziellen Pressemitteilung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vom 1. Oktober 2026 sowie auf der anschließenden Pressekonferenz mit Thomas Weikert. Zudem wurden Hintergrundgespräche mit Verbandsvertretern und Sportjournalisten ausgewertet, die namentlich nicht genannt werden möchten. Weitere Quellen sind die öffentlichen Stellungnahmen von DOSB-Vizepräsidenten und die Berichterstattung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sowie des Fachportals „sport.de“.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.