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CSU-Parteitag: Söder stützt Aigner für Landtagswahl – und grenzt CSU von Bundespolitik ab

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-23

Beim CSU-Parteitag in Nürnberg hat Markus Söder die Nominierung von Ilse Aigner zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl unterstützt – zugleich betonte er, die CSU treffe keine Entscheidungen für ganz Deutschland.

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Beim CSU-Parteitag hat Parteichef Markus Söder die frühere Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Spitzenkandidatin für die bayerische Landtagswahl gestützt. Vor den Delegierten in Nürnberg würdigte Söder Aigners Erfahrung und ihre Verwurzelung in Bayern. Gleichzeitig zog er eine klare Grenze zur Bundespolitik: Die CSU habe ihren Schwerpunkt in Bayern und entscheide nicht für ganz Deutschland. Die Veranstaltung gilt als wichtiger Baustein im bayerischen Wahlkampf, auch wenn die nächste Landtagswahl erst später ansteht. Söder betonte, die CSU wolle starke bayerische Interessen vertreten, ohne sich in die Zuständigkeiten des Bundes einzumischen.

**Contexto**

Die CSU führt seit Jahrzehnten die bayerische Landespolitik an, musste aber bei vergangenen Wahlen Verluste hinnehmen. Ilse Aigner gehört zu den profiliertesten Politikerinnen der Partei: Sie war Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und anschließend Präsidentin des Bayerischen Landtags. In dieser Funktion agierte sie über Parteigrenzen hinweg und genießt auch in der Bevölkerung hohe Anerkennung. Söders Unterstützung für Aigner ist deshalb kein Überraschungsmoment, sondern eine demonstrative Geschlossenheit in einer Phase, in der Umfragen der CSU wieder bessere Werte bescheinigen.

Die Äußerung, die CSU entscheide nicht für Deutschland, ist vor dem Hintergrund der Bundespolitik zu lesen. Zwischen CSU und CDU gibt es immer wieder Spannungen über den Kurs in der Migrations- und Europapolitik. Söder hat wiederholt einen härteren Kurs in der Asylpolitik gefordert und sich damit von der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel abgesetzt. Zugleich weiß Söder, dass die CSU im Bundestag nur über die Schwesterpartei CDU Einfluss nehmen kann. Die Betonung der bayerischen Eigenständigkeit dient auch dazu, die eigene politische Marke zu schärfen, ohne offen einen Konflikt mit der CDU zu provozieren.

Auf dem Parteitag ging es neben der Landtagswahl auch um die inhaltliche Positionierung. Söder sprach sich für eine digitale Modernisierung Bayerns aus, forderte eine strikte Begrenzung der Migration und setzte auf eine wirtschaftsnahe Politik, die den Mittelstand stärken soll. In seiner Rede warnte er davor, Bayern als Selbstverständlichkeit zu behandeln. Die CSU müsse ihre Wurzeln in den Gemeinden und Regionen pflegen und dürfe sich nicht in bundespolitischen Debatten verzetteln. Diese Botschaft richtet sich sowohl an die eigene Basis als auch an Wählerinnen und Wähler, die sich von der Bundespolitik entfremdet fühlen.

**Analyse**

Söders Taktik ist auf mehreren Ebenen zu verstehen. Zum einen stabilisiert er die eigene Führungsposition, indem er eine populäre Politikerin wie Aigner in den Vordergrund stellt. Aigner kann als gemäßigte, bürgernahe Kandidatin Wählergruppen ansprechen, die der oft polarisierenden Art Söders skeptisch gegenüberstehen. Zum anderen signalisiert die CSU mit der Betonung bayerischer Eigenständigkeit, dass sie sich nicht von den Problemen der Bundesregierung vereinnahmen lässt. In Zeiten schwacher Umfragewerte der Regierungsparteien im Bund kann sich die CSU als pragmatische Alternative präsentieren, die konkrete Probleme vor Ort löst.

Die Abgrenzung von der Bundespolitik hat jedoch auch eine strategische Risikoseite. Die CSU ist Teil der Union und kann bei wichtigen bundespolitischen Entscheidungen nicht einfach außen vor bleiben. Wer betont, nicht für Deutschland zu entscheiden, könnte den Eindruck erwecken, sich vor Verantwortung zu drücken. Söder versucht daher, die Formel geschickt zu dosieren: Die CSU mische sich nicht in die tägliche Regierungsarbeit in Berlin ein, sei aber selbstverständlich bereit, bayerische Positionen in die Union einzubringen. Diese Doppelstrategie ist typisch für einen Politiker, der sowohl in München als auch in Berlin Gewicht haben will.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlichen Äußerungen beim CSU-Parteitag in Nürnberg sowie auf Berichten deutscher Nachrichtenagenturen und überregionaler Medien über die Rede von Markus Söder und die Nominierung von Ilse Aigner.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.