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Politica

Johann Wadephul: „Die CDU könnte offensiver für die Unterstützung der Ukraine werben“

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-16

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert eine klarere und mutigere Haltung seiner Partei im Ukraine-Krieg – und kritisiert die Zurückhaltung der Ampel-Regierung.

**Lead**

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, hat seine Partei aufgefordert, in der Debatte um die Unterstützung der Ukraine eine deutlich offensivere Rolle zu übernehmen. In einer aktuellen Stellungnahme plädierte der Außenpolitiker dafür, dass die CDU nicht länger hinter den Koalitionsparteien zurückstehe, sondern selbstbewusst für eine verstärkte militärische und finanzielle Hilfe für Kiew werbe. Die Äußerungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen innerhalb der deutschen Politik über den Kurs gegenüber Russland und die künftige Sicherheitsarchitektur Europas.

**Contexto**

Johann Wadephul, seit Jahren einer der profiliertesten außenpolitischen Köpfe der Union, hat sich wiederholt für eine entschlossenere Haltung Deutschlands im Ukraine-Krieg eingesetzt. Seine jüngste Forderung richtet sich nicht nur an die Bundesregierung unter Olaf Scholz, sondern auch an die eigene Partei. Die CDU, die sich in der Opposition befindet, hat in den vergangenen Monaten einen schwierigen Balanceakt vollführt: Einerseits kritisiert sie die zögerliche Haltung des Kanzlers bei der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern, andererseits scheut sie vor allzu deutlichen Positionierungen zurück, um im Wahlkampf nicht als Kriegstreiber dazustehen.

Wadephul argumentiert, dass die CDU ihre historische Rolle als Partei der transatlantischen Bindung und der Sicherheit wieder stärker betonen müsse. „Die Union darf nicht den Eindruck erwecken, sie sei unsicher in der Frage, ob wir die Ukraine weiter unterstützen sollen“, wird der Politiker in Kreisen der Fraktion zitiert. „Wir müssen offensiv erklären, warum dies im deutschen und europäischen Interesse liegt.“ Die Aussage fällt in eine Zeit, in der die öffentliche Unterstützung für die Ukraine in Deutschland leicht nachlässt und populistische Kräfte von links und rechts die Hilfen infrage stellen.

Hintergrund ist auch die bevorstehende Bundestagswahl 2027. Die CDU liegt in Umfragen vorn, doch die außenpolitische Profilierung ist ein heikles Feld. Während Kanzler Scholz mit einer Politik der „Zeitenwende“ zwar rhetorisch aufgerüstet hat, aber in der Praxis oft zögerlich wirkt, könnte die CDU versuchen, sich als die Partei der klaren Kante zu positionieren. Wadephul sieht darin eine Chance, aber auch eine Notwendigkeit: „Wenn wir schweigen, überlassen wir das Feld denjenigen, die Frieden um jeden Preis fordern – das wäre fatal für die Glaubwürdigkeit Deutschlands.“

**Analise**

Die Forderung Wadephuls ist mehr als nur eine innerparteiliche Positionsbestimmung. Sie zeigt, dass die CDU vor einer strategischen Weichenstellung steht. Bislang hat die Parteiführung um Friedrich Merz versucht, das Thema Ukraine nicht zu stark in den Vordergrund zu rücken, um keine Angriffsfläche für die AfD oder das Bündnis Sahra Wagenknecht zu bieten. Wadephul hingegen plädiert für eine offensive Kommunikation, die die langfristigen Sicherheitsinteressen Deutschlands betont – von der Abschreckung Russlands bis zur Stärkung der NATO.

Sollte die CDU diesem Kurs folgen, könnte sie sich von der Ampel-Koalition abheben, die in der Ukraine-Frage intern zerstritten ist. Die Grünen drängen auf mehr Waffenlieferungen, die FDP ist gespalten, und die SPD zaudert. Eine klare, pro-ukrainische Linie der Union könnte Wähler anziehen, die eine entschlossene Außenpolitik vermissen. Allerdings birgt dies auch Risiken: In Ostdeutschland und bei Teilen der älteren Wählerschaft ist die Kriegsmüdigkeit spürbar. Eine zu aggressive Rhetorik könnte genau jene Wähler abschrecken, die die CDU für eine mögliche Koalition mit der AfD oder anderen Kräften benötigt.

Die internationale Dimension ist ebenfalls bedeutsam. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte militärische Unterstützer der Ukraine. Jede innenpolitische Debatte über eine Reduzierung der Hilfen wird in Kiew, Brüssel und Washington genau verfolgt. Wadephuls Vorstoß sendet das Signal, dass die CDU im Falle eines Wahlsiegs den Kurs der Unterstützung fortsetzen und möglicherweise sogar verschärfen würde. Das könnte die Verhandlungsposition Deutschlands in der EU und NATO stärken, aber auch die Spannungen mit Russland weiter erhöhen.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlichen Äußerungen von Johann Wadephul, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie auf Berichten deutscher Medien über die außenpolitische Debatte innerhalb der Union. Die genauen Zitate wurden aus Pressemitteilungen und Interviews der vergangenen Tage übernommen.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.