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Bundeswehr: Marder fällt beim digitalen Funktest durch – wirtschaftliche Folgen für Rüstungsindustrie

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-24

Der Schützenpanzer Marder hat einen wichtigen digitalen Kommunikationstest nicht bestanden. Das könnte teure Nachrüstungen und Verzögerungen bei der Digitalisierung der Bundeswehr bedeuten – mit spürbaren Auswirkungen auf die deutsche Rüstungsindustrie und den Steuerzahler.

**Lead**

Der Schützenpanzer Marder, ein zentrales Fahrzeug der mechanisierten Infanterie der Bundeswehr, ist bei einem digitalen Funkfähigkeitstest durchgefallen. Das berichten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Der Fehlschlag betrifft die geplante Integration moderner digitaler Kommunikationssysteme, die für die vernetzte Gefechtsführung unerlässlich sind. Aus wirtschaftlicher Perspektive bedeutet dies nicht nur zusätzliche Kosten für die Nachrüstung der noch im Dienst befindlichen Marder, sondern auch potenzielle Verzögerungen für die gesamte Digitalisierungsstrategie der Bundeswehr – ein Milliardenprojekt, das eng mit der deutschen Rüstungsindustrie verknüpft ist.

**Contexto**

Der Marder ist ein seit den 1970er Jahren eingesetzter Schützenpanzer, der trotz der Einführung des Nachfolgemodells Puma weiterhin in mehreren Brigaden der Bundeswehr genutzt wird. Aufgrund von Lieferverzögerungen und technischen Problemen beim Puma bleibt der Marder länger im aktiven Dienst als ursprünglich geplant. Die Bundeswehr hatte daher ein umfangreiches Modernisierungsprogramm aufgelegt, um den Marder auf den aktuellen Stand der Digitalisierung zu bringen. Dazu gehört unter anderem die Integration des digitalen Funkgerätsystems „D-Funk“, das eine verschlüsselte, störungssichere Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Truppe und Führungsebenen ermöglichen soll.

Der jüngste Test, der unter realistischen Bedingungen auf einem Truppenübungsplatz stattfand, ergab jedoch erhebliche Mängel in der Signalstabilität und Kompatibilität mit anderen Systemen. Die genauen technischen Ursachen werden derzeit von der Wehrtechnischen Dienststelle und dem Hersteller Rheinmetall untersucht. Rheinmetall ist der Systemintegrator für die Marder-Modernisierung und zugleich einer der größten deutschen Rüstungskonzerne. Das Unternehmen hatte bereits in der Vergangenheit mit Verzögerungen bei der Digitalisierung von Bundeswehr-Plattformen zu kämpfen.

Die wirtschaftliche Dimension dieses Fehlschlags ist beträchtlich. Die Bundeswehr hat für die Digitalisierung ihrer Landsysteme in den kommenden Jahren einen zweistelligen Milliardenbetrag eingeplant. Ein Teil dieser Summe ist für die Nachrüstung der Marder-Flotte reserviert. Sollte der digitale Funk nicht wie vorgesehen funktionieren, müssten entweder alternative Systeme beschafft oder aufwändige Hardware-Anpassungen vorgenommen werden. Beides treibt die Kosten in die Höhe – und das in einem Umfeld, in dem die Verteidigungsausgaben ohnehin unter Druck stehen.

**Analise**

Der Fehlschlag beim digitalen Funktest ist mehr als ein technisches Ärgernis. Er offenbart strukturelle Probleme in der Beschaffung und Integration moderner Kommunikationstechnik bei der Bundeswehr. Seit Jahren wird kritisiert, dass die Digitalisierung der Streitkräfte zu langsam voranschreitet und dass Schnittstellen zwischen verschiedenen Waffensystemen nicht reibungslos funktionieren. Der Marder ist dabei nur ein Beispiel – ähnliche Schwierigkeiten gab es bereits beim Schützenpanzer Puma und beim Kampfhubschrauber Tiger.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Folgen zweigeteilt. Kurzfristig profitieren vor allem Beratungs- und Ingenieurdienstleister, die mit der Fehleranalyse und der Entwicklung von Lösungen beauftragt werden. Mittel- bis langfristig jedoch drohen Verzögerungen bei der Einsatzbereitschaft der Truppe, was wiederum zu höheren Betriebskosten führt, weil ältere, wartungsintensive Systeme länger genutzt werden müssen. Zudem könnte das Vertrauen internationaler Partner in die deutsche Rüstungsindustrie leiden – ein wichtiger Faktor für Exportaufträge, die einen erheblichen Teil der Umsätze von Unternehmen wie Rheinmetall ausmachen.

Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, die Digitalisierung der Bundeswehr zu beschleunigen, ohne die Haushaltsdisziplin zu vernachlässigen. Der Marder-Funk-Test zeigt, dass selbst etablierte Plattformen bei der Integration neuer Technologien scheitern können. Für die Steuerzahler bedeutet dies: Die ohnehin hohen Verteidigungsausgaben könnten weiter steigen, ohne dass die versprochene digitale Schlagkraft erreicht wird. Experten fordern daher eine grundlegende Reform der Beschaffungsprozesse und eine stärkere Standardisierung der Kommunikationssysteme über alle Plattformen hinweg.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf Berichten des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, öffentlichen Stellungnahmen des Bundesministeriums der Verteidigung sowie auf Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Rüstungsökonomie. Zudem wurden Pressemitteilungen von Rheinmetall und der Wehrtechnischen Dienststelle 91 ausgewertet. Konkrete Zahlen zu den Kosten der Nachrüstung wurden nicht genannt, da die laufenden Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.