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Ein als geheim eingestufter Test der Bundeswehr hat ergeben, dass der Schützenpanzer Marder die Anforderungen an die digitale Funkkommunikation nicht erfüllt. Bei einer Übung im September 2026 fiel das Fahrzeug mehrfach aus, als es darum ging, über das neue Digitalfunknetz der Truppe Befehle zu empfangen und Lagebilder zu senden. Das berichten mit der Sache vertraute Kreise unter der Bedingung der Anonymität. Der Vorfall ist ein weiteres Symptom dafür, wie tief die Modernisierungslücke in der deutschen Verteidigungspolitik reicht – und wie dringend die von Verteidigungsminister Boris Pistorius angestoßene Zeitenwende auf dem Boden ankommen muss.
**Contexto**
Der Marder ist ein Kampffahrzeug aus den 1970er-Jahren. Ursprünglich für den Kalten Krieg konzipiert, wurde er immer wieder modernisiert – zuletzt mit verbesserter Panzerung und neuen Waffen. Doch das digitale Herz fehlt. Das Fahrzeug basiert auf analoger Technik, die sich nur mit großem Aufwand in die vernetzte Gefechtsführung integrieren lässt. Die Bundeswehr arbeitet seit Jahren an einem Digitalfunk-System, das alle Einheiten vernetzen soll – vom Soldaten bis zum Kampfpanzer. Das System, offiziell als „DIVKA“ (Digitales Vernetztes Kommunikationssystem der Bundeswehr) bezeichnet, ist das Rückgrat der geplanten Digitalisierung der Streitkräfte.
Im aktuellen Test sollte der Marder als Teil eines gemischten Gefechtsverbandes Daten in Echtzeit austauschen. Während modernere Fahrzeuge wie der Puma oder der neue Schützenpanzer Lynx (noch in der Beschaffung) die Übung bestanden, scheiterte der Marder an der digitalen Schnittstelle. Laut internen Berichten brach die Verbindung nach wenigen Minuten ab, und die Besatzung musste auf analoge Funkgeräte zurückgreifen – ein Rückschritt, der die taktische Überlegenheit des Verbandes zunichtemachte. Die Panzergrenadiere, die den Marder nutzen, sind seit Jahren auf den Nachfolger angewiesen. Doch die Beschaffung des Schützenpanzers Puma verzögerte sich mehrfach, und die Stückzahlen reichen nicht aus, um alle Einheiten auszurüsten. So fährt die Bundeswehr auch 2026 noch hunderte Marder – ein Umstand, der die Streitkräfte zunehmend in eine technologische Sackgasse führt.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Pannen bei der Digitalisierung der Bundeswehr. Anfang des Jahres berichtete der Wehrbeauftragte des Bundestages über die angespannte Lage bei der IT-Ausstattung der Truppe. Immer wieder fallen Systeme aus, die Kommunikation zwischen Teilstreitkräften ist nur eingeschränkt möglich. Die Bundeswehr investiert zwar Milliarden in neue Technik, doch die Umsetzung hinkt hinterher. Der Marder-Test ist der jüngste Beleg dafür, dass die alten Strukturen die neuen Anforderungen nicht erfüllen.
**Analise**
Die Panne beim Marder ist mehr als nur ein Betriebsunfall. Sie zeigt, dass die Bundeswehr ein grundlegendes Problem hat: Sie versucht, eine Armee von gestern mit den Anforderungen von morgen zu führen. Die Digitalisierung der Streitkräfte ist nicht nur eine Frage der Ausrüstung, sondern eine Frage der Philosophie. Solange alte Plattformen wie der Marder nicht durch digital native Systeme ersetzt werden, bleibt die Bundeswehr anfällig für Ausfälle. Die Abhängigkeit von veralteter Technik gefährdet nicht nur die Einsatzfähigkeit, sondern auch die Sicherheit der Soldaten. Denn im Gefecht zählt jede Sekunde – und wer nicht kommunizieren kann, verliert.
Gleichzeitig ist der Fall auch ein Spiegel der deutschen Rüstungspolitik. Die Entscheidung, den Marder so lange im Dienst zu halten, war ein Kompromiss zwischen Finanzierbarkeit und Leistungsfähigkeit. Nun zeigt sich, dass dieser Kompromiss zu teuer wird. Die Bundeswehr muss nicht nur neue Fahrzeuge beschaffen, sondern auch die digitale Infrastruktur radikal modernisieren. Die Zeitenwende, die Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausrief, hat bislang vor allem im Finanziellen stattgefunden. Auf dem Truppenübungsplatz zeigt sich, dass die eigentliche Wende noch aussteht. Ohne eine konsequente Digitalisierung aller Waffensysteme bleibt die Bundeswehr ein Torso.
**Fontes**
Die Informationen beruhen auf Berichten des Verteidigungsministeriums aus dem September 2026, die von Insidern gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt wurden. Weitere Details stammen aus dem aktuellen Wehrbericht des Bundestages sowie öffentlichen Stellungnahmen des Bundeswehrverbandes zur Lage der Digitalisierung. Die Namen der konkreten Testoffiziere sind nicht bekannt, das gesamte Verfahren unterliegt der Geheimhaltungsstufe „VS – Nur für den Dienstgebrauch“. Der Vorgang ist durch Pressemitteilungen des Bundesministeriums der Verteidigung vom Oktober 2026 teilweise bestätigt worden.
Por Renan Filho · 2026-10-24