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Brasilien bleibt auf Anti-Trump-Kurs: Lula setzt auf europäische Partner

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-26

Bei der Präsidentenwahl in Brasilien zeichnet sich eine klare Kontinuität ab: Die Regierung in Brasília hält an Distanz zu Donald Trump fest und setzt auf multilaterale Beziehungen, insbesondere mit Deutschland und der EU.

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Brasília – Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Brasilien bleibt die Außenpolitik des Landes auf Konfrontationskurs zu den Vereinigten Staaten unter Donald Trump. Während sich der Wahlkampf im Oktober auf die wirtschaftliche Lage und die öffentliche Sicherheit konzentriert, signalisiert die Regierung in Brasília weiterhin eine klare Präferenz für multilaterale Abkommen und eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Europäischen Union – insbesondere mit Deutschland. Diese Haltung wird von politischen Beobachtern als strategische Kontinuität gewertet, die über den Wahltermin hinaus Bestand haben könnte.

**Contexto**

Die Beziehungen zwischen Brasilien und den USA haben sich seit der Rückkehr von Luiz Inácio Lula da Silva ins Präsidentenamt im Januar 2023 merklich abgekühlt. Bereits während seiner ersten Amtszeiten betonte Lula die Eigenständigkeit der brasilianischen Außenpolitik. Diese Linie wurde in den vergangenen Monaten deutlich, als Brasília wiederholt Handelsmaßnahmen Washingtons kritisierte und auf gemeinsame Positionen der BRICS-Staaten setzte. Die Wahl von Donald Trump zu einer weiteren Amtszeit als US-Präsident hat die Spannungen zwischen den beiden größten Demokratien Amerikas weiter verstärkt. Themen wie der Amazonas-Regenwald, der Klimaschutz und die Rolle von Ölkonzernen in der Region sind zu Reibungspunkten geworden.

Brasilien hat in dieser Zeit verstärkt auf europäische Partner gesetzt. Das Mercosur-EU-Handelsabkommen, das jahrelang wegen Umwelt- und Wettbewerbsbedenken blockiert war, wurde von der brasilianischen Regierung wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Deutsche Unternehmen gehören zu den wichtigsten Investoren in Brasilien, insbesondere in den Bereichen Automobilindustrie, erneuerbare Energien und Agrartechnologie. In offiziellen Stellungnahmen aus Brasília wird Berlin wiederholt als prioritärer Partner genannt – ein Signal, das auch vom Auswärtigen Amt in Berlin positiv aufgenommen wurde.

Der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl, die Ende Oktober 2026 stattfindet, wurde in den vergangenen Wochen jedoch von innenpolitischen Themen dominiert. Die Inflation im Dienstleistungssektor und die Kriminalität in den Metropolen des Landes bestimmen die öffentliche Debatte. Die außenpolitische Orientierung Brasiliens spielt in den Umfragen eine untergeordnete Rolle. Dennoch bleibt die internationale Positionierung ein umkämpftes Thema, da die Opposition eine Annäherung an Washington vorschlägt und für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA plädiert. Politische Analysten betonen jedoch, dass die strukturellen Verflechtungen Brasiliens mit Europa und China sich nicht durch einen Machtwechsel in Brasília sofort verändern würden.

**Analise**

Die brasilianische Strategie gegenüber den USA ist nicht allein ideologisch begründet. Brasilien verfolgt ein eigenständiges Profil in der internationalen Politik und sieht sich als Vermittler zwischen Entwicklungsländern und etablierten Industrienationen. Ein enger Schulterschluss mit Washington unter Trump würde dieses Profil aus Sicht der Regierung beschädigen. Auch die Wirtschaftsbeziehungen sprechen für eine Diversifizierung: Die USA sind zwar ein wichtiger Handelspartner Brasiliens, aber nicht der einzige. China ist längst der größte Abnehmer brasilianischer Rohstoffe, und Deutschland spielt eine zentrale Rolle bei Technologietransfers und Industrieinvestitionen.

Gleichzeitig zeigt die Haltung Brasiliens, dass Lateinamerika keine selbstverständliche Einflusssphäre der USA mehr ist. Brasilien stimmt in internationalen Foren regelmäßig gegen zentrale Positionen der amerikanischen Regierung – etwa bei Abstimmungen zur Nahostpolitik oder zu Handelsfragen. Diese Unabhängigkeit findet in weiten Teilen der brasilianischen Bevölkerung Zustimmung. Nationale Souveränität und wirtschaftliche Eigenständigkeit gelten in der politischen Kultur des Landes als wichtige Werte. Dass die Regierung ausgerechnet Deutschland als europäischen Eckpfeiler wählt, ist kein Zufall: Deutschland ist der viertgrößte Investor des Landes und ein zentraler Akteur bei der Umsetzung der Energiewende in Brasilien.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Berichten internationaler Nachrichtenagenturen sowie offiziellen Stellungnahmen des brasilianischen Außenministeriums. Zudem wurden Reden und Verlautbarungen von Vertretern der EU-Delegation in Brasília und des Auswärtigen Amts in Berlin ausgewertet. Konkrete Zahlen zu Handelsvolumina und Investitionen wurden in diesem Artikel nicht angegeben, da ihre Aktualität zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht abschließend überprüft werden konnte.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.