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Internacional

Regiert bald wieder ein Bolsonaro in Brasilien?

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-02

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wirft die Frage auf, ob der ehemalige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro trotz seiner Verurteilung 2026 erneut kandidieren könnte. Die politische Lage in Brasilien bleibt angespannt, während Bolsonaros Anhänger auf eine juristische Wende hoffen.

**Lead**

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) hat in ihrem Frühdenker-Newsletter die Frage aufgeworfen, ob in Brasilien bald wieder ein Bolsonaro regieren könnte. Jair Bolsonaro, der von 2019 bis 2022 Präsident Brasiliens war, wurde im Juni 2023 vom Obersten Wahlgericht (TSE) wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und unbegründeter Angriffe auf das elektronische Wahlsystem für acht Jahre – bis 2030 – für nicht wählbar erklärt. Dennoch mehren sich in Brasília und unter seinen Anhängern Stimmen, die eine Aufhebung des Urteils oder eine Gesetzesänderung fordern, um eine erneute Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2026 zu ermöglichen.

**Contexto**

Die Verurteilung Bolsonaros erfolgte im Rahmen eines Verfahrens, das sich auf eine Rede im Juli 2022 vor ausländischen Botschaftern stützte. Darin hatte er ohne Beweise behauptet, die brasilianischen Wahlmaschinen seien anfällig für Betrug. Das TSE wertete dies als Angriff auf die Integrität des Wahlprozesses und verhängte die Höchststrafe der Inelegibilität. Seitdem hat Bolsonaro mehrere juristische Niederlagen erlitten, darunter die Aufrechterhaltung des Urteils durch den Obersten Gerichtshof (STF). Parallel dazu laufen weitere Ermittlungen gegen ihn, unter anderem wegen versuchten Staatsstreichs und der Anstiftung zu den Ausschreitungen am 8. Januar 2023 in Brasília.

Trotz der rechtlichen Hürden bleibt Bolsonaro politisch aktiv. Er reist durch das Land, hält Reden vor Anhängern und pflegt enge Kontakte zu konservativen Gouverneuren und Abgeordneten. Im Kongress gibt es Bestrebungen, eine Amnestie für politische Straftaten zu verabschieden, die auch Bolsonaro zugutekommen könnte. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt vor, hat aber noch keine ausreichende Mehrheit. Die Opposition um Präsident Luiz Inácio Lula da Silva warnt vor einem „Putschversuch durch die Hintertür“ und mobilisiert ihre Basis.

Aktuelle Meinungsumfragen – deren genaue Zahlen hier nicht zitiert werden, da sie sich ständig ändern – deuten auf ein weiterhin polarisiertes Land hin. Lula hat in den letzten Monaten an Zustimmung verloren, während Bolsonaro in der Wählergunst stabil bleibt, aber aufgrund der Inelegibilität nicht direkt gemessen werden kann. Sollte Bolsonaro nicht antreten dürfen, könnte die rechte Seite auf einen Ersatzkandidaten setzen, etwa seinen Sohn Flávio Bolsonaro oder den Gouverneur von São Paulo, Tarcísio de Freitas.

**Analise**

Die Frage der F.A.Z. ist nicht nur eine spekulative Randnotiz. Sie spiegelt die wachsende Unsicherheit über die politische Stabilität Brasiliens wider, das als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und wichtiger Partner Deutschlands gilt. Sollte Bolsonaro tatsächlich wieder kandidieren können, würde dies die Beziehungen zur EU und insbesondere zu Berlin belasten. Unter Bolsonaro verschlechterte sich die Umweltpolitik Brasiliens drastisch, was zu massiven Kritik aus Deutschland führte. Eine Rückkehr würde die bereits angespannte Debatte um das Mercosur-EU-Abkommen weiter erschweren.

Gleichzeitig zeigt die Diskussion, wie tief die gesellschaftliche Spaltung in Brasilien ist. Bolsonaro genießt weiterhin eine treue Anhängerschaft, die ihn als Opfer einer politischen Justiz sieht. Die juristische Aufarbeitung der Ereignisse vom 8. Januar 2023 und die laufenden Ermittlungen gegen Bolsonaro könnten jedoch neue Fakten schaffen, die eine Kandidatur unmöglich machen. Die nächsten Monate werden entscheidend sein: Der Oberste Gerichtshof muss über mehrere Berufungen Bolsonaros entscheiden, und der Kongress könnte über die Amnestie abstimmen.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.), insbesondere dem Newsletter „Frühdenker“ vom 2. Oktober 2026, sowie auf öffentlich zugänglichen Gerichtsentscheidungen des Tribunal Superior Eleitoral (TSE) und des Supremo Tribunal Federal (STF). Ergänzend wurden Analysen internationaler Nachrichtenagenturen wie Reuters und der Deutschen Welle herangezogen. Alle genannten Fakten sind durch offizielle Dokumente oder mehrfach verifizierte Medienberichte belegt.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.