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Fünf Bundesländer scheiden aus dem Rennen um das atomare Endlager aus

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-27

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland verliert fünf Kandidaten. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat weitere Regionen aufgrund unzureichender geologischer Eignung ausgeschlossen. Der bundesweite Suchprozess tritt damit in eine neue Phase.

**Lead**

Fünf Bundesländer sind endgültig aus dem Rennen um das deutsche Atommüll-Endlager ausgeschieden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Dienstag die aktualisierte Liste der potenziellen Standortregionen veröffentlicht und dabei mehrere Gebiete gestrichen. Nach jahrelangen geologischen Untersuchungen kommen diese Regionen nicht mehr als Wirtsgestein für die hochradioaktiven Abfälle infrage. Damit verengt sich der Fokus auf die verbleibenden Bundesländer, die weiterhin im Verfahren verbleiben. Der Schritt war von Fachleuten erwartet worden, da die Kriterien – insbesondere die Langzeitstabilität des Gesteins – immer strenger angelegt wurden.

**Context**

Die Suche nach einem Endlager für die rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfalls aus deutschen Kernkraftwerken begann offiziell mit dem Standortauswahlgesetz von 2017. Das Gesetz schreibt ein mehrstufiges, partizipatives Verfahren vor, das wissenschaftlich basiert und ergebnisoffen sein soll. Die BGE, als staatliche Gesellschaft, hat die Aufgabe, zunächst 90 Teilgebiete zu identifizieren, die als geologisch geeignet gelten. In einer zweiten Phase wurden diese auf rund 20 engere Standortregionen reduziert. Nun folgt die dritte Auswahlstufe, bei der unter anderem Salz, Ton und Kristallingestein als Wirtsgesteine verglichen werden.

Aktuell befinden sich die Untersuchungen in der Phase der übertägigen Erkundung. Dabei werden seismische Messungen, Bohrungen und Geländeanalysen durchgeführt. Die fünf nun ausgeschiedenen Bundesländer – die BGE nannte keine Namen, aber interne Quellen sprechen von Regionen im Norden, Osten und Süden – erfüllen die Anforderungen an die Barrierenintegrität nicht in ausreichendem Maße. Insbesondere die Gefahr von Grundwasserzutritt oder tektonischen Bewegungen in den nächsten einer Million Jahren führte zum Ausschluss. Das Verfahren wird vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) überwacht, das auch die Öffentlichkeitsbeteiligung koordiniert.

Der Ausschluss bedeutet nicht, dass in diesen Ländern gar keine weiteren Untersuchungen mehr stattfinden. Einige Gebiete könnten als Reserveoption dienen, falls die verbleibenden Standorte später scheitern. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie wieder aufgenommen werden, da die geologischen Nachteile als grundlegend gelten. Die betroffenen Landesregierungen haben unterschiedlich reagiert: Während einige die Entscheidung als befreiend empfinden, weil sie jahrelange Planungsunsicherheit beenden, sehen andere die Gefahr, dass sich der Endlagerstreit nun auf die restlichen Regionen konzentriert.

**Analyse**

Der Ausschluss von fünf Bundesländern ist ein wichtiger Meilenstein in einem der komplexesten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Er zeigt, dass die geologischen Anforderungen immer präziser werden und der wissenschaftliche Prozess ernst genommen wird. Gleichzeitig wächst der Druck auf die verbleibenden Regionen: In Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und anderen Ländern müssen nun detailliertere Erkundungen durchgeführt werden. Die Bürgerinitiativen vor Ort werden sich voraussichtlich intensiver organisieren, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ihr Gebiet tatsächlich als Endlager infrage kommt.

Aus technologischer Sicht ist die Endlagersuche eine Herausforderung für die Ingenieurs- und Geowissenschaften. Die Anforderungen an die Langzeitsicherheit sind extrem hoch: Das Endlager muss für eine Million Jahre sicher sein. Die fortgeschrittene Erkundung erfordert neuartige Bohrtechniken, 3D-Modellierung und Radionuklidtransportberechnungen. Deutsche Forschungseinrichtungen wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) liefern hierzu Daten. Die nun ausgeschiedenen Regionen könnten als Testfelder für diese Technologien dienen, ohne dass dort tatsächlich ein Endlager entsteht.

Die politische Dimension ist nicht zu unterschätzen. Die Bundesregierung strebt eine Einigung bis 2031 an, doch viele Beobachter halten dies für unrealistisch. Die Auswahl eines Endlagers ist nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Entscheidung. Der Ausschluss von fünf Ländern reduziert die Anzahl der Konfliktparteien, aber die verbleibenden Länder werden verstärkt unter Druck geraten. Der Bund steht in der Verantwortung, einen transparenten und fairen Prozess zu gewährleisten. Das BASE hat angekündigt, die nächsten Schritte im Rahmen von Regionalkonferenzen zu diskutieren.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf offiziellen Mitteilungen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sowie auf Berichten des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Darüber hinaus wurden Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie Fachartikel der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) herangezogen. Die hier dargestelten Fakten entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Recherche.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.