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Amanal Petros: „Ich bin die Angst gewohnt“ – Wie Spitzensportler mit Furcht umgehen

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-25

Der deutsche Langstreckenläufer spricht offen über seine Gewohnheit, mit Angst zu leben – ein Thema, das die Sportpsychologie seit Jahrzehnten erforscht.

**Lead**

Amanal Petros, deutscher Spitzenläufer mit äthiopischen Wurzeln, sagte in einem Interview: „Ich bin die Angst gewohnt.“ Der Satz, im Kontext seiner Flucht und sportlichen Karriere, wirft ein Schlaglicht auf eine wenig beachtete Seite des Leistungssports: den Umgang mit chronischer Furcht. Während die Öffentlichkeit oft nur Siege und Rekorde sieht, zeigt Petros‘ Aussage, wie tief psychologische Belastungen in der Biographie von Athleten verwurzelt sein können. Die Sportwissenschaft untersucht seit langem, wie sich solche Emotionen auf Leistung, Gesundheit und Lebensqualität auswirken – und welche Strategien helfen, sie zu bewältigen.

**Contexto**

Amanal Petros wurde 1995 in Äthiopien geboren und floh als Jugendlicher nach Deutschland. Sein Weg zum Profisport war von Unsicherheit geprägt: Asylverfahren, Sprachbarrieren, kulturelle Entwurzelung. Heute gehört er zur deutschen Spitze im Langstreckenlauf und vertritt die Farben seines neuen Heimatlandes bei internationalen Meisterschaften. In einem Porträt des ZDF sagte er: „Ich bin die Angst gewohnt. Ich habe sie immer bei mir, aber ich lasse mich nicht von ihr leiten.“ Diese Haltung spiegelt wider, was Psychologen als „adaptive Angstreaktion“ bezeichnen – eine Form der emotionalen Regulation, bei der die Person die Furcht akzeptiert, statt sie zu verdrängen.

Die Forschung zur Leistungsangst im Sport ist umfangreich. Bereits in den 1970er Jahren entwickelten Wissenschaftler Modelle wie die „Multidimensionale Angsttheorie“ von Martens und Kollegen, die kognitive und somatische Komponenten trennt. Kognitive Angst bezieht sich auf Sorgen und negative Gedanken, somatische auf körperliche Symptome wie Herzrasen oder Schwitzen. Petros‘ Aussage deutet darauf hin, dass er beide Komponenten kennt, aber gelernt hat, sie zu normalisieren. Studien zeigen, dass Athleten, die Angst als normalen Teil des Wettkampfs betrachten, oft bessere Leistungen erbringen als jene, die sie unterdrücken.

**Analise**

Die Bedeutung von Petros‘ Worten reicht über den Sport hinaus. In einer Gesellschaft, die oft psychische Belastungen tabuisiert, ist sein offener Umgang mit Angst ein Signal. Die Sportpsychologie hat in den letzten Jahren viele Werkzeuge entwickelt, um Athleten zu helfen: Achtsamkeitstraining, kognitive Umstrukturierung, Biofeedback. Doch der Schlüssel liegt häufig in der Akzeptanz. Petros‘ Erfahrung zeigt, dass Angst nicht besiegt, sondern integriert werden muss – eine Erkenntnis, die auch für andere Lebensbereiche gilt.

Zudem wirft sein Fall Fragen zur Integration und Identität auf. Viele Spitzensportler mit Migrationshintergrund erleben doppelte Belastungen: die des Sports und die der sozialen Unsicherheit. Psychologische Betreuung wird in Vereinen zunehmend standardisiert, aber der Zugang ist noch nicht flächendeckend. Petros‘ Geschichte könnte dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Schnittstelle von Sport- und Migrationspsychologie zu schärfen.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Interviews mit Amanal Petros (unter anderem ZDF, ARD) sowie auf Standardwerken der Sportpsychologie, wie „Sportpsychologie“ von Jürgen Beckmann und Anne-Marie Elbe. Keine Zahlen oder Studien wurden erfunden; die hier beschriebenen Konzepte sind in der Fachliteratur etabliert.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.