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Alternative zum Festgeld: Wie Anleger mit ETFs in Bundesanleihen investieren können

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-29

Angesichts sinkender Festgeldzinsen rücken börsengehandelte Fonds auf deutsche Staatsanleihen in den Fokus. Die neue Anlageform bietet Flexibilität und breite Streuung – aber auch Risiken.

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Eine wachsende Zahl deutscher Anleger sucht nach Alternativen zum klassischen Festgeld, dessen Zinserträge zuletzt wieder nachgegeben haben. Immer häufiger rücken dabei börsengehandelte Fonds (ETFs) auf Bundesanleihen in den Mittelpunkt. Diese Produkte ermöglichen es, ohne großen Aufwand in ein Portfolio deutscher Staatsanleihen zu investieren – mit täglicher Liquidität und ohne die Bindung an feste Laufzeiten. Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik anpasst und die Renditen am Anleihemarkt schwanken.

**Contexto**

Festgeldkonten galten lange als sichere und planbare Anlageform. Sparer legen einen bestimmten Betrag für eine feste Laufzeit – meist zwischen einem und fünf Jahren – an und erhalten dafür einen garantierten Zins. In den Jahren der Niedrigzinsphase waren die Erträge jedoch minimal. Mit der Zinswende der EZB ab 2022 stiegen die Festgeldzinsen kurzzeitig auf mehrere Prozentpunkte, doch seit Mitte 2025 zeichnet sich ein erneuter Rückgang ab. Banken senken ihre Konditionen, weil die Leitzinsen stabil bleiben oder leicht sinken.

Parallel dazu haben ETFs auf Bundesanleihen an Attraktivität gewonnen. Diese Fonds bilden Indizes ab, die aus Anleihen der Bundesrepublik Deutschland mit unterschiedlichen Laufzeiten bestehen – von kurzlaufenden Papieren (Laufzeit unter einem Jahr) bis zu langlaufenden Anleihen mit zehn oder dreißig Jahren. Anleger können Anteile an der Börse kaufen und verkaufen, ähnlich wie Aktien. Die Kosten sind mit Gesamtkostenquoten von oft unter 0,2 Prozent pro Jahr vergleichsweise niedrig. Zudem entfällt die Notwendigkeit, einzelne Anleihen selbst auszuwählen und zu kaufen, was für Privatanleger oft mit hohen Gebühren verbunden ist.

Die Bundesrepublik Deutschland gilt als einer der sichersten Schuldner der Welt. Ihre Anleihen werden mit der Bestnote „AAA“ bewertet. Das Ausfallrisiko ist praktisch nicht vorhanden. Dennoch unterliegen die Kurse von Anleihen-ETFs Schwankungen – insbesondere wenn die allgemeinen Zinsen steigen, fallen die Kurse der enthaltenen Anleihen. Bei Festgeld hingegen bleibt der Nominalwert während der Laufzeit unverändert. Dieser Unterschied ist für viele Anleger neu und erfordert ein grundlegendes Verständnis des Zinsänderungsrisikos.

**Analise**

Die Verschiebung von Festgeld hin zu Anleihen-ETFs ist mehr als eine Modeerscheinung. Sie spiegelt einen grundlegenden Wandel in der Anlagestrategie privater Haushalte wider. Während Festgeld vor allem der kurzfristigen Liquiditätssicherung dient, bieten ETFs auf Bundesanleihen eine flexible Möglichkeit, mittelfristig von Zinserträgen zu profitieren, ohne auf tägliche Verfügbarkeit verzichten zu müssen. Für Anleger, die ihr Geld für ein bis drei Jahre nicht benötigen, kann dies eine sinnvolle Alternative sein.

Allerdings ist die steuerliche Behandlung zu beachten. Während Festgeldzinsen als Kapitaleinkünfte der Abgeltungsteuer unterliegen, müssen auch Kursgewinne aus Anleihen-ETFs versteuert werden. Die Vorabpauschale, die bei thesaurierenden Fonds anfällt, kann zu einer jährlichen Steuerlast führen, auch wenn keine Ausschüttung erfolgt. Zudem sind die laufenden Kosten des ETFs sowie die Spreads beim Kauf und Verkauf zu berücksichtigen. Bei sehr kurzen Anlagehorizonten können diese Kosten die Rendite übersteigen.

Ein weiterer Aspekt ist die Diversifikation. Ein Festgeldkonto bei einer einzelnen Bank ist nur bis zur gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro geschützt. Ein ETF auf Bundesanleihen hingegen streut das Risiko über viele verschiedene Anleihen und Laufzeiten. Zudem unterliegt der Fonds der Wertpapieraufsicht und ist Sondervermögen – bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft bleibt das Vermögen der Anleger getrennt. Dies erhöht die Sicherheit im Vergleich zu einem einzelnen Bankguthaben.

Die Entscheidung zwischen Festgeld und Anleihen-ETF hängt letztlich von der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab. Wer auf Nummer sicher gehen will und den genauen Betrag zum Laufzeitende benötigt, bleibt beim Festgeld. Wer hingegen bereit ist, kurzfristige Kursschwankungen in Kauf zu nehmen und dafür eine höhere Flexibilität sowie potenziell höhere Renditen zu erhalten, findet in ETFs auf Bundesanleihen eine zeitgemäße Alternative. Die Finanzaufsicht BaFin und Verbraucherschützer empfehlen, sich vor einer Anlage eingehend zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Daten der Deutschen Bundesbank zu Renditen von Bundesanleihen, auf Produktinformationen der Deutsche Börse zu börsengehandelten Fonds sowie auf Analysen der Stiftung Warentest (Finanztest) zu Festgeld- und ETF-Angeboten. Hinweise zur steuerlichen Behandlung stammen aus den Veröffentlichungen des Bundesministeriums der Finanzen. Die Bewertung der Bonität Deutschlands erfolgt durch die großen Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.