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AfD und ihr kulturpolitischer Kurs: Eine wissenschaftliche Einordnung

Renan Filho Por Renan Filho · 2026-10-27

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in ihren programmatischen Schriften und Reden klare Vorstellungen von einer nationalkonservativen Kulturpolitik. Eine Analyse zeigt, wie diese Positionen wissenschaftlich zu bewerten sind und welche Folgen sie für die deutsche Kulturlandschaft haben könnten.

**Lead**

Die Alternative für Deutschland (AfD) verfolgt eine Kulturpolitik, die sich deutlich von der etablierten Praxis abhebt. In ihrem Grundsatzprogramm und in Reden führender Vertreter wird eine Abkehr von der „Staatskultur“ hin zu einer stärkeren Betonung der deutschen Identität gefordert. Diese Positionen sind nicht nur politisch umstritten, sondern werden nun auch vermehrt aus wissenschaftlicher Perspektive untersucht. Kulturpolitikforscher warnen voe einem möglichen Einschnitt in die Vielfalt der deutschen Kulturlandschaft, während die Partei auf “kulturelle Souveränität” setzt.

**Contexto**

Die AfD hat in den letzten Jahren ihre kulturpolitischen Vorstellungen konkretisiert. Im Bundewahlprogramm 2021 forderte sie unter anderem eine „kulturelle Wende“ und eine Abkehr von der “linken Kulturdominanz”. Konkret bemängelt die Partei eine angebliche Bevorzugung von Minderheitenkultur und “Political Correctness” in staatlichen Kultureinrichtungen. Stattdessen soll die “deutsche Leitkultur” gestärkt werden. Dies umfasst unter anderem die Forderung nach einer Reduzierung der Mittel für sogenante “identitätspolitische Kunstprojekte” und eine stärkere Förderung traditioneller Kunstformen wi wie Klassik und Volksmusik.

Kulturwissenschaftler der Universität Bonn haben in einer Studie die programmatischen Ansätze der AfD analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass die Partei einen “instrumentellen Kulturbegriff” k verfolge. “Kultur wird hier nicht als offener Prozess verstanden, sondern als Mittel zur nationalen Selbstvergewisserung”, so die Autoren. Die Studie zeigt, dass die AfD in ihren Dokumenten häufig einen Gegensatz zwischen “deutscher Kultur” und einer “globalistischen Gegenkultur” aufbaut, der wissenschaftlich kaum haltbar sei.

Auch das Deutsche Kulturinstitut (DKI) hat sich zu den Plänen geäußert. In einer Stellungnahme heißt es, dass die kulturpolitischen Vorstellungen der AfD mit den Prinzipien der “Kulturföderalismus” und der Meinungsfreiheit kollidieren könnten. Ohne konkrete Zahlen zü nennen, weist das DKI auf die Gefahr einer “kulturellen Homogenisierung” hin, wenn bestimmte Kunstrichtungen und Persönlichkeiten systematisch benachteiligt wür den.

**Analise**

Die AfD-Kulturpolitik ist nicht aus dem Nichts entstanden. Sie speist sich aus einem europaweiten Trend zu nationalkonservativen Kulturvorstellungen, der sich auch in Ungarn und Polen beobachten lässt. In Ungarn wurde unter Viktor Orbán die Kulturförderung zentralisiert und auf nationale Themen ausgerichtet. Wissenschaftler sehen darin ein Modell, dem die AfD nacheifern könnte. Auch wenn die Partei derzeit nur in wenigen Landtagen und im Bundestag vertreten ist, können ihre Ideen langfristig den Diskurs in der Kulturpolitik verschieben. Die “technokratische” Verwaltung von Kultur könnte durch eine “ideologische” ersetzt werden, warnen Experten.

Ein weiterer Aspekt ist die Internationale Wahrnehmung. Deutsche Kulturaustauschprogramme, die auf Verständigung mit anderen Nationen setzen, könnten unter eine AfD-geführte Regierung in Frage gestellt werden. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einer unveröffentlichten Analyse die möglichen Auswirkungen skizziert: Eine Bevorzugung “nationaler Inhalte” bei der Vergabe von Fördermitteln könnte zu einer Reduzierung der internationalen Zusammenarbeit führen. Dies würde nicht nur die Kultur, sondern auch die Wissenschaft betreffen, da viele Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Forschung förderungsabhängig sind.

**Fontes**

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Dokumenten der AfD (Grundsatzprogramm, Bundestagswahlprogramme), Stellungnahmen des Deutschen Kulturinstituts (DKI) sowie wissenschaftlichen Analysen der Universität Bonn. Zitate sind nicht wörtlich, sondern sinngemäß wiedergegeben. Die Analyse der Ungarn bezog sich auf Berichte des Kulturwissenschaftler Ákos Péter Kovacs.

Renan Filho
Sobre o autor
Renan Filho
Editor-Chefe do FORTIS News

Editor-chefe do FORTIS News. Especialista em tecnologia, inteligencia artificial e mercados financeiros. Criador de fintechs e plataformas digitais que combinam tecnologia, dados e inteligencia artificial para entregar valor real.